Ein Dresdner ist Deutschlands Becher-König

Mit fünf festen und bis zu 30 freien Mitarbeitern spült der 51-Jährige hauptsächlich am Dresdner Firmensitz.
Mit fünf festen und bis zu 30 freien Mitarbeitern spült der 51-Jährige hauptsächlich am Dresdner Firmensitz.  © Holm Helis

Dresden - Egal ob Rock am Ring, Rock im Park, Depeche Mode, die Eislöwen oder aber DJ Bobo und Bibi & Tina: Eine Dresdner Firma produziert und spült für alle denkbaren Großveranstaltungen die Becher.

Eine unscheinbare Industriehalle in Prohlis: Becher an Becher reihen sich, fein gestapelt in riesigen Regalen.

Drei Millionen Plastebecher sind es insgesamt. Addiert man den Pfandwert von zwei Euro obendrauf, lagert - verteilt auf mehrere Standorte - ein Wert von sechs Millionen Euro.

Herr der Becher ist Mathias Thiele (51). Zusammen mit Alexander Richter (52) und Wolfgang Schildknecht (59) betreibt er die Cup to Drink Service GmbH.

Doch wie schafft man es, mit Bechern seinen Lebensunterhalt zu verdienen, eine Firma mit bis zu 35 Mitarbeitern aufzubauen?

Der gelernte Kfz-Schlosser Mathias Thiele: "Kurz nach der Wende habe ich angefangen, nebenbei Glühweintassen zu spülen. Das Geschäft wuchs immer weiter, Weihnachtsmärkte kamen hinzu."

Und weiter: "Ich wurde Komplett-Dienstleister für Radeberger, spülte etwa die Filmnächte-Becher."

Der Herr der Becher: Mathias Thiele (51) spült mit seiner Firma im Jahr Millionen selber hergestellte Becher.
Der Herr der Becher: Mathias Thiele (51) spült mit seiner Firma im Jahr Millionen selber hergestellte Becher.  © Holm Helis

Seit 2016 lässt Thiele eigene Becher (in Brandenburg) herstellen, ist mit seiner neuen Firma ins Konzert- und Eventgeschäft eingestiegen.

Die Kunden, neben lokalen Größen wie der Dresdner Schlössernacht, den Harley Days, der Jungen Garde oder dem Hechtfest, sind Festivals wie das Mera Luna, Deichbrand, Hurricane und das Highfield-Festival.

Für Rock am Ring und Rock im Park hat Thiele je 600.000 Becher auf Lager. Mit Depeche Mode tourte er nach Paris und Prag.

Gespült wird teils durch lokale Partner, meist aber im Lager in Dresden. Eine logistische Meisterleistung: 50.000 Becher passen in einen Transporter, die sauber zum Konzert und dreckig zurück nach Dresden fahren.

Zentrale Anliegen: Mehrwegbecher nach vorne bringen, denn "die sind umweltfreundlicher". Zweites Ziel: den sächsischen Sportmarkt mit Bechern beliefern.

Im Fokus steht Dynamo Dresden. "Der Verein hat bislang Wegwerfbecher. Wir sind gesprächsbereit", so Thiele.

li.: Drei Millionen Becher lagern, verteilt auf mehrere Hallen, in Dresden. re.: Je zehn Kilo wiegt eine der Transportboxen. 50.000 Becher passen in einen Mini-Laster.
li.: Drei Millionen Becher lagern, verteilt auf mehrere Hallen, in Dresden. re.: Je zehn Kilo wiegt eine der Transportboxen. 50.000 Becher passen in einen Mini-Laster.  © Holm Helis
Drei Millionen Plastebecher sind es insgesamt.
Drei Millionen Plastebecher sind es insgesamt.  © Holm Helis

Titelfoto: Holm Helis


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