Sächsische AfD-Politikerin ruft zur Wahl der FDP auf

„Junge Alternative“-Vorstand Franziska Schreiber (27) trat aus der AfD aus, weil die Partei ihr zu rechts 
wurde.
„Junge Alternative“-Vorstand Franziska Schreiber (27) trat aus der AfD aus, weil die Partei ihr zu rechts wurde.  © Norbert Neumann

Dresden - Noch sechs Tage bis zur Wahl, aktuellen Umfragen zufolge zieht die AfD mit über zehn Prozent in den Bundestag ein. Genau dagegen regt sich jetzt Widerstand aus den eigenen Reihen.

Öffentlich ruft die stellvertretende Landesvorsitzende der „Jungen Alternative“ (JA) Franziska Schreiber (27) dazu auf die FDP zu wählen. Die eigene Partei ist ihr zu weit nach rechts gerückt.

Seit vier Jahren mischt Franziska Schreiber bei der AfD mit, war bis 2016 Vorsitzende der Jugendorganisation „Junge Alternative“ in Sachsen, anschließend im sächsischen Vorstand und Pressesprecherin sowohl auf Landes- als auch Bundesebene.

In der vergangenen Woche trat sie aus der Partei aus, auch der Austritt aus der JA ist geplant. Stattdessen ruft sie im Internet dazu auf, die FDP zu wählen.

JA-Vorstand Franziska Schreiber ruft jetzt im Internet zur Wahl der FDP 
auf.
JA-Vorstand Franziska Schreiber ruft jetzt im Internet zur Wahl der FDP auf.  © Screenshot

„Die AfD ist eine ganz andere Partei geworden“, sagt Schreiber TAG24 „Mittlerweile geht es nur noch darum, gegen Einwanderer zu hetzen. Am Anfang konnte man in der Partei noch gute Gespräche führen, heute wird man sofort beleidigt, wenn zur Mäßigung aufruft.“

Zu zweifeln begann die Studentin an der eigenen Partei bereits zum Bundesparteitag in Köln, als die Delegierten dort die Behandlung eines Antrags zur „Solidarität mit Israel“ ablehnten.

„Dann kam eine Rundmail zur gemeinsamen Veranstaltung mit PEGIDA“, sagt Schreiber. „Mit Leuten, die Flüchtlinge als Viehzeug bezeichnen. Für so etwas brauche ich keine AfD, für so etwas gibt es genügend rechtsradikale Parteien.

Der Zustand in dem sich die AfD befindet hat für mich nichts mehr mit Konservatismus zu tun, das ist gelebte Fremdenfeindlichkeit. Ich befürchte, dass einige Wähler das bisher nicht ernst nehmen.“

Auch die offensichtliche Kooperation der AfD mit PEGIDA ging der Pressesprecherin 
der JA zu weit.
Auch die offensichtliche Kooperation der AfD mit PEGIDA ging der Pressesprecherin der JA zu weit.  © Norbert Neumann

Titelfoto: Norbert Neumann


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