Wolfshügelturm! Dresden soll ein neues Ausflugsziel bekommen

Dresden - Der 24 Meter hohe Wolfshügelturm in der Heide war nach 1912 eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region.

SPD-Stadträtin Kristin Sturm (32) hat einen Verein gegründet, der den Wiederaufbau des Turms auf dem Wolfshügel stemmen soll.
SPD-Stadträtin Kristin Sturm (32) hat einen Verein gegründet, der den Wiederaufbau des Turms auf dem Wolfshügel stemmen soll.  © Eric Münch

Die Aussicht in die Stadt galt als überragend und wurde mit der vom Luisenhof verglichen. Ein Verein wagt sich jetzt an den Wiederaufbau des Erlwein-Baus.

Von der Bautzner Straße aus sind es, etwa auf Höhe von Schloss Eckberg, maximal zehn Minuten Fußmarsch durch die Heide.

Dennoch liegen die Überreste des Turmes abseits der Wanderwege im Dornröschenschlaf. Die einst prächtige Aussicht wich dichtem Wald. "Ein paar Bäume müssten tatsächlich weg. Wir sind dazu bereits im Gespräch mit der Stadt als Eigentümerin der Fläche. Auch das Denkmalamt hat grünes Licht für den Wiederaufbau signalisiert", sagt Kristin Sturm (32, SPD).

Zusammen mit Bürgermeister Peter Lames (54, SPD) ist die Stadträtin als Privatperson Gründungsmitglied im Verein. Geld von der Stadt wird keines erwartet.

Ziel: Wiederaufbau innerhalb der nächsten zehn Jahre. Kosten: geschätzte 500.000 Euro.

Die lange Geschite des Aussichtspunktes

Vor hundert Jahren galt der eiserne Riese als beliebtes Ausflugsziel in der Heide - mit einem wunderbaren Ausblick.
Vor hundert Jahren galt der eiserne Riese als beliebtes Ausflugsziel in der Heide - mit einem wunderbaren Ausblick.  © Sammlung Holger Naumann

"Noch im Oktober wird der Verein gegründet. Erste Spender haben sich schon gemeldet und große Summen in Aussicht gestellt", so Frau Sturm. Viele Steine liegen noch vor Ort, können für den Wiederaufbau genutzt werden.

Die nächsten Schritte: Mit 5000 Euro Gründungskapital wird eine Internetseite gestartet, statische Untersuchungen und eine Bauvoranfrage werden finanziert.

Wer mitmachen will: wolfshuegel-e.v@web.de

Die Bezeichnung Wolfshügel geht übrigens auf einen "Wolfsgarten" zurück. Im 16. Jahrhundert wurden dort Wölfe zur Jagd gehalten. 1886 entstand auf dem Hügel ein erstes hölzernes Aussichtsgerüst. 1912 wurde der Turm von Hans Erlwein (1872 bis 1914) nach eigenen Entwürfen aus Eisenbeton gebaut.

1945 erfolgte die Sprengung des potenziellen Beobachtungspunktes, 1985 wurde die Ruine verfüllt. Ein 1999 von FDP-Chef Holger Zastrow (49) initiierter erster Wiederaufbauversuch scheiterte.

Titelfoto: Eric Münch


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