Bald könnt Ihr einen Blick ins Waldschlösschen werfen

Treppengeländer samt Aufgang ins Dachgeschoss wurden exakt restauriert.
Treppengeländer samt Aufgang ins Dachgeschoss wurden exakt restauriert.  © Eric Münch

Dresden - Waldschlößchenbrücke und auch das Brauhaus am Waldschlösschen kennt jeder. Doch wem verdanken sie ihre Namen? Am Tag des Denkmals kommenden Sonntag kann erstmals wieder das Ur-"Waldschlösschen" besichtigt werden: Das "Jagdhaus Waldschlösschen" an der Radeberger Straße 60 öffnet für Besucher seine Pforten.

1778 kaufte Graf Marcolini, der Kammerherr von Kurfürst Friedrich August III., das Areal des späteren Jagdhauses. Zwischen 1800 und 1803 wurde nach den Plänen des Baumeisters Johan Daniel Schade (Japanisches Palais, Fasanenschlösschen) das "Jagdhaus Waldschlösschen" gebaut. Dessen Urheberschaft gilt allerdings als nicht mehr gesichert.

Das kleine Jagdhaus, vom Grafen wohl bereits "Waldschlösschen" genannt, war das erste neogotische Gebäude Sachsens. Weiß getüncht war es bis in die Altstadt hinein sichtbar.

Das Preußische Viertel entstand erst viele Jahre später um das Jagdhaus herum. Über dem Eingang hängen noch immer die Wappen des einstigen Hausherrn und seiner Frau Maria Anna O’Kelly.

Dieser um 1800 erbauen Villa verdankt das Waldschlösschen-Areal seinen Namen.
Dieser um 1800 erbauen Villa verdankt das Waldschlösschen-Areal seinen Namen.  © Eric Münch

Dennoch verfiel das Schlösschen, lag bis 2009 im Dornröschenschlaf.

Erst dann ersteigerte Klaus Dilcher (53), Psychologe und Geschäftsführer der Klinik am Waldschlößchen, das Gebäude für 214.000 Euro.

Vier Jahre lang wurde das Haus behutsam und unter den strengen Augen der Denkmalschützer saniert.

"Wir haben die alten Türen wieder eingesetzt, die Fassade behutsam aufgearbeitet und die originale Raumaufteilung wiederhergestellt", so Klaus Dilcher. Die alten Treppengeländer sind ebenso erhalten wie die 220 Jahre alten Dielenböden im "großen Saal", in welchem Marcolini nach der Jagd groß auftischen ließ.

"Ein ganz bezauberndes Haus, ein Glücksfall für Dresden und ein großes Ereignis, dass sich zum Denkmaltag die Türen öffnen", so der Chef-Denkmalpfleger der Stadt, Bernhard Sterra (58), über das einstige Jagdhaus, welches aktuell durch Dilchers Klinik als Büro und für Therapiesitzungen genutzt wird.

Zum Denkmaltag am Sonntag finden ab 11.45 Uhr regelmäßig bis 15.45 Uhr geführte Besichtigungen statt.

Weitere Infos: www.dresden.de/denkmaltag

Klaus Dilcher (53) ließ das „Waldschlösschen“ penibel genau sanieren. Zum Tag des offenen Denkmals öffnet er die Tore - und zeigt auch den „großen Saal“ (F.)
Klaus Dilcher (53) ließ das „Waldschlösschen“ penibel genau sanieren. Zum Tag des offenen Denkmals öffnet er die Tore - und zeigt auch den „großen Saal“ (F.)  © Eric Münch
Auch der Eliasfriedhof öffnet zum Denkmaltag am Sonntag.
Auch der Eliasfriedhof öffnet zum Denkmaltag am Sonntag.  © Norbert Neumann

Weitere Höhepunkte zum Denkmaltag am Sonntag

  • Kulturpalast, 10 Uhr Eröffnungsveranstaltung im Saal, Klangproben der neuen Orgel durch den Organisten der Pariser Kathedrale Notre-Dame.
  • Alte Garnisonsmühle (Elisabeth-Boer Straße 9), zwischen 14 und 17 Uhr Führungen durch das von Novaled gekaufte Gebäude.
  • Eliasfriedhof (Ziegelstraße 22), 11 und 14 Uhr Führungen des Fördervereins zu Gräbern bekannter Persönlichkeiten.
  • Robotron Campus (Zinzendorfstraße 5), 10 Uhr findet eine öffentliche Führung statt.
  • Osangs Eck (Karpatenstraße 73), ab 11 Uhr Führungen nach Bedarf durch die sanierte Fabrikanten-Villa.

Das gesamte wie immer kostenlose Programm unter: www.dresden.de/denkmaltag


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