Ihr droht Haft, weil sie in Dubai zufällig eine Schlägerei beobachtet hat

So kann Asa Hutchinson (21) nicht mehr strahlen. Sie könnte ins arabische Gefängnis kommen.
So kann Asa Hutchinson (21) nicht mehr strahlen. Sie könnte ins arabische Gefängnis kommen.

Dubai - Seit einigen Monaten lebt und arbeitet die Britin Asa Hutchinson (21) in Dubai, ihr gefiel es immer gut in der glänzenden Metropole - bis jetzt. Denn eines Abends beobachtete sie in einer Bar eine Schlägerei und wurde deshalb verhaftet.

Wie kann das denn passieren?

Asa hing mit ein paar männlichen Freunden in einer Bar ab, auf dem Sofa schlief ein Mann um die Fünfzig. Die Gruppe machte Selfies mit ihm, wovon er aufwachte und sofort komplett ausflippte. Der Schwede, der laut dem Daily Star im Vorstand eines Technologie-Konzerns sitzen soll, ging auf die jungen Männer los und prügelte wild mit der Faust auf sie ein.

Die Gruppe flüchtete, einige trugen heftige Blessuren davon. Doch Asa behauptet, dass sie sich sofort in die Hotellobby flüchtete, nachdem der Tumult ausbrach - dort wurde sie wenige Stunden später von der Polizei verhaftet.

Stundenlang wurden sie und ihr Freund, der in die Schlägerei involviert war, von den Beamten befragt. Sie müssen sogar mit einer Gefängnisstrafe rechnen, obwohl sie die eigentlichen Opfer waren. Wie kann das sein?

In Dubai gelten andere Gesetze, als in der westlichen Welt

In Dubai gelten andere Gesetze, wenn es um Beweise geht.
In Dubai gelten andere Gesetze, wenn es um Beweise geht.  © 123RF

Radha Stirling, Leiterin der NGO, die sich nun für Asa einsetzt erklärt:

"Besucher der Vereinigten Arabischen Emirate müssen sich bewusst sein, dass die Justiz hier anders arbeitet als in westlichen Ländern. In Dubai glaubt man beispielsweise immer demjenigen, der zuerst mit der Polizei gesprochen hat."

Und das war im Falle der 21-jährigen Asa und deren Freunden, der aggressive Schwede, der die Fäuste fliegen lies. "Wenn es Streit gibt, ist es meist ein Wettrennen, wer zuerst bei der Polizei ist, um Anzeige zu erstatten", so Stirling weiter.

Das Hauptproblem für Asa ist nun, dass ihre vermeintlichen Freunde es geschafft haben, sich ihre Pässe wieder zu holen und das Land verlassen hatten. Weil die 21-Jährige jedoch in den Emiraten als Key-Account-Managerin arbeitet und dort wohnt, steht sie nun als alleinige Angeklagte da.

Asas Mutter ist am Ende. "Man macht sich ja immer Sorgen um seine Kinder, besonders wenn sie in arabischen Ländern sind. Die Nachrichten sind voll von Horrorgeschichten, wie britische Touristen hier behandelt werden, doch Asa beteuerte immer, eine super Zeit zu haben". Die ist nun jedoch vorbei. Was mit ihr passiert, steht in den Sternen.

Erst im Oktober wurde Asas Landsmann Jamie Harron verhaftet, weil er ausversehen einen Bargast berührte (TAG24 berichtete).


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