Gesundheitsamt warnt: Ansteckung mit HIV bei "Fisch-Pediküre" möglich!

England - Ursprünglich in den Küstenflüssen südöstlich des Mittelmeeres praktiziert, schwappte vor einigen Jahren ein fischiger Beauty-Trend zu uns nach Deutschland. Das sogenannte "Fish Spa" erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch so ganz ungefährlich scheint diese besondere Pediküre nicht zu sein...

Pediküre durch Fische - wie gefährlich ist der Trend wirklich?
Pediküre durch Fische - wie gefährlich ist der Trend wirklich?  © 123RF

Die englische Gesundheitsbehörde "Health Protection Agency" warnt davor, dass man sich bei der Fisch-Pediküre mit gefährlichen Krankheiten infizieren kann. Es soll sogar möglich sein, dass man sich dabei mit HIV und Hepatitis C ansteckt!

Beim "Fish Spa" setzt man sich über ein Aquarium und lässt seine Füße ins Wasser baumeln. Drinnen schwimmen Fischarten wie Saugbarben oder Garra Rufa, zu deren Leibspeise abgestorbene Hautfetzen gehören.

Dank ihrer Vorliebe sind die Füße der Kunden nach etwa 30 Minuten von überflüssiger Hornhaut befreit und fühlen sich seidig glatt an.

Laut der Behörde, befinden sich eben genau in diesem Aquariumwasser Mikroorganismen, die gefährlich werden könnten. Man befürchtet, dass die Fische die Bakterien vom Wasser oder von einem Kunden zum nächsten übertragen. Das könnte passieren, wenn man die Becken nicht richtig reinigt.

Und genau da liegt das Problem. Denn das Wasser einfach nach jedem Kunden auszutauschen, ist durch die lebenden Bewohner unmöglich. Auch eine fachgerechte Desinfektion würde den Fischen schaden.

Werden beim "Fish Spa" etwa Krankheiten übertragen?
Werden beim "Fish Spa" etwa Krankheiten übertragen?

Laut des Gesundheitsamts ist das Risiko zwar "extrem niedrig", aber es kann eben nicht vollständig ausgeschlossen werden. Gerade Menschen mit Diabetes, Psoriasis oder einem schwachen Immunsystem sind gefährdet und sollten auf das tierische Fußbad verzichten.

"Es besteht das Risiko der Übertragung einer Reihe von Infektionen - dazu gehören Viren wie HIV und Hepatitis", heißt es in der Mitteilung der Behörde. Das könnte der Fall sein, wenn ein infizierter Kunde mit einer Wunde die Pediküre in Anspruch nimmt und dabei ins Wasser blutet.

In mehreren US-Bundesstaaten wie zum Beispiel Florida, Texas, New Hampshire und Washington wurde das tierische Spa-Angebot sogar verboten, da man befürchtete, dass sich eine Infektion so schnell ausbreiten könnte.

Eine Engländerin, die im Land eine Kette von Fuß-Spa-Läden betreibt hält das Ganze laut Daily Mail für reine Panikmache.

"Das Risiko, eine Infektion zu bekommen, ist minimal, aber die Menschen müssen vorsichtig sein", warnt eine Sprecherin einer HIV-Wohltätigkeitsorganisation.

Auch eine Epidemiologin ist der Meinung, dass eine Ansteckung ziemlich unwahrscheinlich ist. "Jedoch ist das Risiko für bestimmte Menschen höher", räumt sie anschließend ein. Salons sollten ihrer Meinung nach genau prüfen, ob Kunden ein gesundheitliches Problem haben und sicherstellen, dass sich an den Füßen weder Schnitte noch Schürfungen oder infektiöse Hauterkrankungen befinden.


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