Geschmacklos! Die PARTEI schockt mit diesem Wahlplakat

Das geschmacklose Wahlplakat der Satire-Partei hängt unter anderem am 
Postplatz.
Das geschmacklose Wahlplakat der Satire-Partei hängt unter anderem am Postplatz.  © Eric Münch

Dresden - Schonungslos oder schon verboten geschmacklos? Die Satirepartei „Die PARTEI“ wirbt in Dresden mit dem Foto eines ertrunkenen Flüchtlingskindes, das tot am Strand liegt - und schiebt es einem fingierten CDU-Werbeplakat unter. Der Dresdner PARTEI-Kreisverband verteidigt das Wahlplakat, will es jetzt sogar bundesweit aufhängen.

Für provokante Wahlplakate ist die Kleinst- und Satirepartei „Die PARTEI“ bekannt. Doch jetzt ist die PARTEI weitergegangen. Zu weit? In Dresden plakatiert sie mit dem Foto des ertrunken Flüchtlingsjungen Alan Kurdi, das 2015 die Welt erschütterte. Das Plakat wirkt, als sei es von der CDU über ein „PARTEI“-Plakat geklebt worden. Darauf steht der Satz: „Für einen Strand, an dem wir gut und gerne liegen.“

Michael Kretschmer (CDU, 42), Generalsekretär der Sächsischen Union ist empört: „Diese Plakat ist an Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbieten.“

Michael Kretschmer (CDU, 42), Generalsekretär der Sächsischen Union.
Michael Kretschmer (CDU, 42), Generalsekretär der Sächsischen Union.  © Eric Münch

Geschmacklosigkeit räumt sogar Max Aschenbach (32), Vorstand des Dresdner Kreisverbandes der Satire-Partei, selbst ein: „Natürlich ist das geschmacklos. Aber nicht annähernd so geschmacklos wie die real existierende Flüchtlingspolitik.“

Er verweist auf die Rüstungsexporte der Bundesregierung, die auch in die Abschottung Europas fließen.

Seine Meinung: „Das passt nicht zusammen. Hier ein weitgehend themenfreier Wohlfühl-Wahlkampf - und im Mittelmeer ertrinken tausende Menschen“, so Aschenbach.

Eine klare Absage erteilt der PARTEI-Politiker übrigens Wählern aus der ganz rechten Ecke: „Das Plakat darf uns auf keinen Fall rechtspopulistisch ausgelegt werden. Da müsste man seine Menschlichkeit verloren haben.“

Seine Partei will die Plakate jetzt bundesweit aufhängen lassen. Martin Sonneborn (52), Bundesvorsitzender und Gründer der Partei „Die PARTEI“: „Wir warten interessiert auf eine Reaktion aus dem Kanzleramt.“

Trotz aller Empörung: Bislang will die CDU auf rechtliche Schritte gegen „Die PARTEI“ verzichten. Einer hat allerdings schon reagiert: Facebook hat einen PARTEI-Post mit dem umstrittenen Plakat gelöscht.

Max Aschenbach (32), Dresdner Vorstand der Satire-Partei „Die PARTEI“ 
verteidigt das Plakat.
Max Aschenbach (32), Dresdner Vorstand der Satire-Partei „Die PARTEI“ verteidigt das Plakat.  © Holm Helis

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