Immer mehr Bäume werden eingesponnen und leergefressen

Die Bäume oder Sträucher werden meist komplett eingesponnen.
Die Bäume oder Sträucher werden meist komplett eingesponnen.  © DPA

Berlin – Die Gespinstmotte gilt als der "Christo" unter den Schmetterlingen. Regelmäßig verhüllt sie im Frühjahr Bäume und Sträucher mit filigranen, silbrig glänzenden Netzen. Was hübsch aussieht, ist für die Pflanzen eine Plage. Die Raupen, die sich im Schutz des kunstvollen Gespinstes verpuppen, können ganze Sträucher kahlfressen.

Lebensbedrohlich ist das für Pflanzen aber nicht, heißt es beim Naturschutzbund Deutschland. Ende Juni bekämen die meisten Gehölze neue Blätter, die so genannten Johannistriebe. Die meisten Pflanzen überstünden den Befall deshalb unbeschadet.

Die Motten mit weißen Flügeln und schwarzen Tupfern sind nur wenige Zentimeter groß. Nach der Paarung legen sie ihre Eier auf beliebten Wirtspflanzen ab. Dazu zählen Traubenkirschen, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Pappeln und Weiden, aber auch Obstbäume.

Im Frühjahr spinnen sich die Raupen in großen Gruppen zum Schutz vor Fressfeinden wie Insekten und Vögeln ein. Das dichte Netz schützt sie zusätzlich vor Regen. Im Juni verpuppen sich die Raupen und zwei Wochen später schlüpft die neue Motten-Generation.

Natürliche Gegenspieler verhindern, dass die Gespinstmotte dauerhaft die Oberhand in Gärten und Parks gewinnt. Bis zu 80 verschiedene Insekten, darunter Schlupfwespen, Raubwanzen und Parasiten, verhinderten ihre ungehemmte Verbreitung. Von Gift gegen die Motte raten Naturschützer ab.

Denn meist träfe das auch ihre nützlichen Feinde. Sinnvoller sei es, die Raupen abzusammeln, ehe sie sich einspinnen. Allergische Reaktionen lösen die Motten und ihre Brut - anders als der Eichenprozessionsspinner - nicht aus.

Ihren Spitznamen haben die Motten von dem Künstler Christo, der sich mit der Verhüllung von Gebäuden und Großprojekten in Naturräumen einen Namen gemacht hat. In Berlin verpackte Christo 1995 den Reichstag mit einem Gewebe aus Kunststoff.

Sieht faszinierend aus, ist für die Pflanzen aber eine Plage.
Sieht faszinierend aus, ist für die Pflanzen aber eine Plage.  © DPA

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