Firmen-Chefin macht mobil gegen rechts: "Kunden wollen wissen, ob ein Nazi an ihrer Uhr gearbeitet hat"

Dresden / Glashütte - Die Negativ-Schlagzeilen zu rechten Umtrieben in Sachsen nehmen kein Ende: Freital, Heidenau, Leipzig - und nun zuletzt immer wieder Chemnitz. Die Ereignisse und die Wahlerfolge der AfD werden auch zum Problem für Sachsens Wirtschaft - etwa für die renommierte "Uhrenmanufaktur "Nomos Glashütte/SA".

"Nomos"-Chefin Judith Borowski (49).
"Nomos"-Chefin Judith Borowski (49).  © Nomos / PR

Markenchefin Judith Borowski (49) klagt in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Der Spiegel", seit den Chemnitzer Vorfällen habe sie um die hundert Briefe aus aller Welt erhalten: "Die Kunden wollen wissen, ob ein Nazi an ihrer Uhr gearbeitet hat", so die Managerin.

Eine objektive Antwort dürfte nicht ganz leicht sein. Um die 300 Mitarbeiter und ihre Familien leben inzwischen von "Nomos", die in Glashütte zwei Standorte hat. Bei der vergangenen Bundestagswahl errang die AfD in der Stadt mit 37,3 Prozent die meisten Stimmen und lag damit mehr als zehn Prozent vor der CDU.

Dabei ist für Borowski klar: "Die AfD ist aus meiner Sicht keine Partei innerhalb des demokratischen Spektrums. Wir wollen dieses Klima von Rassismus und Intoleranz nicht in unserem Unternehmen."

Aber die Nomos-Chefin gibt nicht klein bei: "Wir schulen gemeinsam mit dem Verein Open Saxoni seit dem Frühjahr unsere Mitarbeiter. Es geht um Faktencheck der AfD-Polemik, um Argumentationshilfen gegen rechts. Und um die Frage: Wie gehe ich etwa mit rassistischen Äußerungen im Team um?", sagte sie vor wenigen Tagen in einem Interview. Die Workshops sind freiwillig.

Aber für ihr Unternehmen stellt Borowski auch klar: "Auf keinen Fall würde ich Respektlosigkeit oder Fremdenfeindlichkeit dulden."

Der "Nomos"-Firmenhauptsitz in Glashütte.
Der "Nomos"-Firmenhauptsitz in Glashütte.  © Nomos / PR

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