"Wird hundertprozentig ausbrechen": Vulkan in Deutschland füllt sich mit Magma!

Glees - Ein Vulkanausbruch in Deutschland? Eigentlich nicht so leicht vorstellbar. Geht es nach den Wissenschaftlern des Erdbebendienstes Südwest wird das aber "hundertprozentig" passieren.

Ein Vulkanausbruch in der Eifel? Irgendwann soll es definitiv dazu kommen. (Symbolbild)
Ein Vulkanausbruch in der Eifel? Irgendwann soll es definitiv dazu kommen. (Symbolbild)  © DPA

In einer Studie, die die Experten zusammen mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Landeserdbebendienst Nordrhein-Westfalen im Geophysical Journal International veröffentlicht haben, geht deutlich hervor, dass unter dem Laacher See in der Eifel ziemlich viel Bewegung herrscht.

Die Zeichen waren schon für Anwohner deutlich zu erkennen. Brodelndes Wasser, immer wieder kleinere Erdbeben: Anzeichen für Magmabewegungen! „Die festgestellten Erdbeben werden in großen Tiefen erzeugt und zeichnen sich durch ungewöhnlich niedrige Schwingfrequenzen aus", erklärt Professor Joachim Ritter vom Geophysikalischen Institut des KIT.

Bei den Beben handelt es sich um sogenannte „Deep-Low-Frequency-“ (DLF-) Erdbeben, die in einer Tiefe zwischen zehn und vierzig Kilometern erzeugt werden. Sie finden also in der Erdkruste beziehungsweise im oberen Erdmantel statt.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Magmen aus dem oberen Erdmantel in die mittlere beziehungsweise obere Erdkruste strömen könnte. "DLF-Erdbeben gelten weltweit als Hinweis auf die Bewegung magmatischer Fluide in großer Tiefe“, erläutert einer der Experten. "Unter aktiven Vulkanen, beispielsweise auf Island, in Japan oder Kamtschatka, lassen sich solche Erdbeben regelmäßig beobachten.“

Laut den Ergebnissen deutet also alles darauf hin, dass Magmenkammern in der Erdkruste unterhalb des Laacher Sees tatsächlich existieren und sich langsam füllen könnten. Steht also ein zeitnaher Ausbruch bevor?

Die Magmakammern in der Erdkruste füllen sich langsam. (Symbolbild)
Die Magmakammern in der Erdkruste füllen sich langsam. (Symbolbild)  © DPA

„Irgendwann wird es hundertprozentig wieder zu einem Ausbruch kommen. Dass es allerdings morgen schon losgehen könnte, ist unwahrscheinlich“, sagt der Bonner Geologie-Professor Ulrich Schreiber gegenüber dem "Express". Um ganz sicher zu gehen, werden stetig Gasmessungen durchgeführt.

Zuletzt war der Vulkan unter dem Laacher See vor ungefähr 12.900 Jahren ausgebrochen. Laut den Forschern habe es wahrscheinlich 30.000 Jahre gedauert, bis sich die obere Magmakammer komplett gefüllt hatte.

Bevor es also zu einer tatsächlichen Eruption kommt, könnten noch sehr viele Jahre vergehen. Allerdings konnte auch nicht ganz genau festgestellt werden, seit wann die DFL-Beben im Bereich des Sees auftreten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es schon weit vor Ende 2013 begonnen hat.

Abschließend raten die Experten in ihrer Studie, dass eine Neubewertung der vulkanischen Gefährdung der Eifel vorgenommen werden sollte. Ebenso sollten gezielte geophysikalische Untersuchungen zur Abbildung und Charakterisierung möglicher Magmareservoire unter der Laacher-See-Region untersucht werden.


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