Handwerk: Sie werden heute zu Meistern von morgen

Dresden – Sie führen Tradition in die Zukunft - jeder in seinem Fach: Samstag überreicht die Handwerkskammer Dresden (HWK) 279 Männern und 41 Frauen den Meisterbrief.

Maria Dürrling (28).
Maria Dürrling (28).  © Norbert Neumann

Von den diesjährigen Absolventen kommen 75 Prozent aus Sachsen, die anderen aus insgesamt zwölf weiteren Bundesländern. Eine Meisterin kommt aus Paris, ein anderer lebt in der Schweiz. Alle zusammen vertreten 26 Gewerke. Und jeder hat (s)eine ganz eigene Geschichte. Aber lesen Sie selbst.

Maria Dürrling stammt aus der Lausitz. Die 28-Jährige hat drei Jahre lang ihren ihren Gold- und Silberschmiedemeister gemacht, unterstützt durch ein Stipendium der HWK. Ihr Meisterstück: ein schmuckbesetzter Kopfhörer aus Silber, der auch als Collier getragen werden kann. Denn die junge Meisterin ist in ihrer Freizeit als DJane unterwegs.

Gemeinsam mit ihrem Landsmann Oliver Kleißle legt sie unter dem Namen „Anstandslos & Durchgeknallt“ im gesamten deutschsprachigen Raum auf, lieferte 2016 sogar den Remix zu einer Backstreet Boys-Scheibe!

„Die Musik ist ein guter Ausgleich für mich“, sagt sie. Richtig Stress sei die Kombi Werkbank - DJ-Set höchstens während der vergangenen drei Jahre gewesen, wenn es nach dem Lernen und Arbeiten nachts zu einem fern gelegenen Auftritt ging.

Kay Butterbrodt (29) darf sich Meister für Elektrotechnik nennen. Der junge Familienvater war zwischen 2011 und 2017 zunächst Freileitungsmonteur, dann der Schritt zur Vollzeitqualifizierung, gefördert durch ein KfW-Meister-BaföG. Ein straffes Programm, wie er nicht ohne Stolz sagt.

Vor allem, weil es exakt während der schriftlichen Prüfungen Familienzuwachs gab. War er bei der Geburt des ersten Kindes noch zugegen, musste seine Frau nun allein ins Krankenhaus. "Aber wir haben es gemeinsam geschafft", sagt Butterbrodt - das Kind und die Qualifizierung. "Die Familie hat mir die Kraft und den Rückhalt gegeben." Zum neuen Baby kam nun auch eine neue Arbeitsstelle. Er arbeitet in der Heidenauer ENSO-Leitwarte als Netzführer.

Kay Butterbrot (29).
Kay Butterbrot (29).  © Eric Münch

Linda Schönau (26) hatte einen weiten Weg für ihre Meisterausbildung. Sie machte sich vom Allgäu aus auf nach Sachsen. In Siebenlehn ("die Schule dort hat einen guten Ruf") büffelte die gelernte Orthopädieschuhmacherin mit Realschul-Abschluss für ihren Meisterbrief! Ausflüge während dieser Zeit führten sie nach Dresden und ins Elbsandsteingebirge.

"Beides wunderschön, so völlig anders als im Allgäu." Inzwischen ist sie wieder daheim, genauer in Sonthofen. Dort baut sie in einem Sanitätshaus eine eigene Abteilung für Schuhtechnik auf. Der Job hilft ihr aber auch beim ganz persönlichen Hobby: Linda reitet gern. Wenn geschickte Hände an Reitstiefeln oder Sätteln gefragt sind, kann die junge Meisterin sich und der Nachbarschaft helfen.

Linda Schönau (26).
Linda Schönau (26).  © André Wirsig

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