Streit um Grab von Altkanzler Helmut Kohl

Schlicht und eingezäunt: Sohn Walter Kohl kann mit der Gedenkstätte seines Vaters nichts anfangen.
Schlicht und eingezäunt: Sohn Walter Kohl kann mit der Gedenkstätte seines Vaters nichts anfangen.  © DPA

Speyer - Auch ein halbes Jahr nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl schließen die Angehörigen keinen Frieden untereinander.

Kohls zwei Söhne und dessen Witwe Maike Kohl-Richter (53) sollen schon länger ein zerrüttetes Verhältnis haben.

Nun geht der Zwist in die nächste Runde, die Parteien haben scheinbar unterschiedliche Vorstellungen bei der Gestaltung seines Grabes in Speyer.

Als Walter Kohl, ältester Sohn des ehemaligen CDU-Politikers, kürzlich den Ort der letzten Ruhe besuchte, zeigte er sich über den Zustand der Grabstätte geschockt.

"Ich habe sie (Anm. d. Red.: Grabstätte) besucht und war erschüttert über den Zaun, die Videoüberwachung und ein liebloses Holzdeck, mit dem das frische Grab abgedeckt war. Das passt nicht zu meinem Vater!", schoss der 54-Jährige im Gespräch mit der Neuen Post Giftpfeile in Richtung Kohls Witwe, die sich um die Pflege der Gedenkstätte kümmert.

Das schlicht gehaltene Grab ist von einem Zaun umgeben, an dem ein Schild mit der Aufschrift "Achtung! Der Bereich innerhalb des Zaunes wird videoüberwacht" angebracht ist - für den Nachkommen ein No-Go.

Walter Kohl hätte seinen Vater zudem lieber im Familiengrab in dessen Geburtsstadt Ludwigshafen beigesetzt. Die Witwe entschied sich im Juni aber für Speyer. Dort lag schon Kohls erste Ehefrau Hannelore begraben.

Wie das Magazin schreibt, besuche die Witwe die Ruhestätte nicht oft. Auch diese Tatsache könnte dem Sohn sauer aufgestoßen. Kohl war am 16. Juni 2017 gestorben, beigesetzt wurde er am 1. Juli.


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