Hunderte bei AfD-Demo gegen angebliche Islamisierung

Rostock - Explosive Stimmung am Rande einer Demo von AfD-Anhängern am Montagabend in Rostock! Die Polizei war mit Großaufgebot vor Ort.

Die Gegendemonstranten gingen gegen die AfD-Anhänger auf die Barrikaden.
Die Gegendemonstranten gingen gegen die AfD-Anhänger auf die Barrikaden.  © dpa/Bernd Wüstneck

Laut Polizeiangaben rund 600 Sympathisanten der Rechtspopulisten versammelten sich zur einer Kundgebung im Stadtteil Evershagen.

Damit wollten die Protestler gegen die vermeintliche Islamisierung in dem Stadtteil und die Nutzung eines vorhandenen Gebäudes als Gebetsraum mobil machen.

Und obwohl diese Nutzung laut Stadt Rostock schon lange nicht mehr in Planung sei, skandierte ein offenbar schlecht informierter Redner: "Wir marschieren, bevor der erste Stein gesetzt wird."

Bei einer Zwischenkundgebung an der St. Thomas-Morus-Kirche polterte der dem nationalistischen Flügel zugeordnete AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Weber: "Wir sind das deutsche Volk, das sich nicht unterkriegen lässt. Geht aufrecht, seid deutsch, sprecht und denkt deutsch und tragt dieses Deutschsein stolz nach außen."

Die AfD rückte gegen die angebliche Islamisierung in Rostock-Evershagen vor.
Die AfD rückte gegen die angebliche Islamisierung in Rostock-Evershagen vor.  © dpa/Bernd Wüstneck

Laut Weber bedeute der Islam Unterwerfung, die man niemals zulassen werde.

Um die unter dem Motto "Rostock für alle" insgesamt etwa 900 aufmarschierten Gegendemonstranten von den AfD-Anhängern zu trennen, war die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort.

So wurden etwa die vielen Häuserlücken und Durchgänge in dem verwinkelten Viertel von Ordnungshütern versperrt.

Dennoch schafften es immer wieder Gruppen von Gegendemonstranten mit Parolen wie "Ganz Rostock hasst die AfD" und "Nazis raus", sich dem AfD-Tross gefährlich zu nähern. Vereinzelt flogen Flaschen.

Die Polizei musste sie teils mit Hunden zurückdrängen. Die beiden Wasserwerfer kamen jedoch nicht zum Einsatz.

Und die nächste heikle Nacht steht schon kurz bevor: Die AfD hat für den 9. April eine weitere Demonstration angekündigt.

Titelfoto: dpa/Bernd Wüstneck