Ich bin der älteste Chemnitzer

Robert Winterstein (108) präsentiert stolz sein Hobby: Zeichnungen, die er mit einem Bleistift anfertigte. Hier ist eine Windmühle in Schleswig-Holstein.
Robert Winterstein (108) präsentiert stolz sein Hobby: Zeichnungen, die er mit einem Bleistift anfertigte. Hier ist eine Windmühle in Schleswig-Holstein.

Chemnitz - Der älteste Münchner ist in Wahrheit auch der älteste Chemnitzer. Robert Winterstein feierte in seiner Wohnung im Stadtteil Neuhausen 108. Geburtstag. Damit ist der gebürtige Sachse auch der sechstälteste Mann von ganz Deutschland.

Zum Ehrentag kam Oberbürgermeister-Gattin Petra Reiter (52) vorbei, brachte im Namen von Ministerpräsident Horst Seehofer (66, CSU) eine Flasche Wein plus zwei Gläser. Und im Auftrag ihres Mannes, OB Dieter Reiter (57, SPD), einen Krug.

„Der Besuch hat meinen Vater sehr gefreut“, sagt Sohn Michael-Gottfried (65). Er schaut jeden Tag bei Papa nach dem Rechten. Eine Platzreservierung im Seniorenheim hat der Sohn vor 30 Jahren wieder storniert: „Vati soll sich in seiner eigenen Wohnung wohlfühlen. So lange er lebt.“

Der gelernte Schaltanlagenkonstrukteur wurde in Chemnitz am damaligen Hedwigsbad (heute Markthalle) geboren. Sein größtes Hobby als Kind waren die Hartmann-Lokomotiven in der Stadt. „Wenn sie Dampf abließen, erschrak ich und sagte: Jetzt explodieren sie!“, erzählt der rüstige 108-Jährige.
Nach vier Jahren Volks- und sechs Jahren Oberrealschule wanderte Robert Winterstein 1928 ein Jahr lang durch die Weimarer Republik. Nicht nur das. Auf einem Stoß Papier zeichnete er Häuser, Landschaften, Brücken und zuletzt den Berliner Funkturm.

Das Album mit den Zeichnungen hütet der Chemnitzer wie seinen Augapfel. Sohn Michael-Gottfried fotografierte später viele der gezeichneten Objekte und Landschaften. Daraus machten sie eine Ausstellung in einem Altenzentrum. Mit 108 hat Robert Winterstein noch Ziele: „Wir würden die Ausstellung gern in Chemnitz zeigen“, sagt der Sohn.

Foto: Oliver Bodmer


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