Illegaler Fang: Fischer schlachten ersten Blauwal seit 40 Jahren

Hvalfjörður (Island) - So etwas hat es seit 40 Jahren nicht mehr gegeben: Isländische Walfänger haben offenbar einen vom Aussterben bedrohten Blauwal getötet, obwohl das streng verboten ist.

Tierschützer sind sich sicher, dass es sich bei dem geschlachteten Tier um einen Blauwal handelt.
Tierschützer sind sich sicher, dass es sich bei dem geschlachteten Tier um einen Blauwal handelt.  © Screenshot Facebook/Sea Shepherd

Wie die Anti-Walfang-Organisation "Sea Shepherd" auf ihrer Website schreibt, weise das im Auftrag des Unternehmens Hvalur gejagte Tier alle Merkmale eines Blauwals auf. Von dem Fang gibt es Beweisbilder.

"Obwohl ich nicht ganz ausschließen kann, dass es sich um einen Hybrid handelt, sehe ich keine Merkmale, die darauf hindeuten. Auf den Fotos hat er alle Eigenschaften eines Blauwals", sagt Dr. Phillip Clapham vom "Alaska Fisheries Science Center".

Angesichts des Färbungsmusters sei es nahezu ausgeschlossen, dass ein erfahrener Beobachter das Tier als etwas anderes identifiziert hätte, erklärt der Experte weiter.

Daher stuft "Sea Shepherd" den Fang als ersten Fall eines absichtlich getöteten Blauwals seit 40 Jahren ein.

An Bord wurde der Wal zerlegt. Sein Fleisch soll nach Japan exportiert werden.
An Bord wurde der Wal zerlegt. Sein Fleisch soll nach Japan exportiert werden.  © Screenshot Facebook/Sea Shepherd

Er sei bereits am vergangenen Samstag erst harpuniert und dann zu einer Walfangstation im Osten Islands verschifft worden. Dort wurde das Tier laut dem Bericht geschlachtet. Fotos zeigen, wie Männer mit dem Tierkadaver posieren und sogar auf dessen Rücken klettern.

Das Töten von Blauwalen wurde von der Internationalen Walfangkommission im Jahr 1986 offiziell verboten. Die letzte dokumentierte Jagd eines Blauwals war da allerdings bereits acht Jahre her.

Die Tiere zählen bis heute zu den bedrohten Arten. Ihre Population wird auf 10.000 bis 25.000 geschätzt.

"Sea Shepherd" vermutet, dass das Fleisch des gefangenen Blauwals mit dem von Finnwalen vermischt werden soll, um den illegalen Fang zu vertuschen. Das isländische Unternehmen Hvalur habe seit dem 20. Juni bereits 21 Finnwale getötet, um ihr Fleisch zu verwerten.

Auch diese Walart gilt als gefährdet, ihre Jagd ist aber nicht verboten. Mit ihrem Fleisch wird viel Geld verdient. Hvalur exportiert es vornehmlich nach Japan. Dort gilt es als Delikatesse.


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