Sachsen-Bosse starten Friedensflug nach Russland

Mit dem Friedensflug soll ein Zeichen gegen EU-Sanktionen gegen Russland gesetzt werden.
Mit dem Friedensflug soll ein Zeichen gegen EU-Sanktionen gegen Russland gesetzt werden.  © Norbert Neumann

Kamenz / Kaliningrad - Das gab‘s noch nie! Mit einem "Friedensflug" nach Kaliningrad wollen Unternehmer ein Zeichen gegen die EU-Sanktionen gegen Russland setzen. Denn das Embargo schade vor allem Sachsens Mittelständlern, sagt der Dresdner Organisator des fliegenden Protestes.

"Zu DDR-Zeiten war die Sowjetunion für etliche sächsische Betriebe der Hauptabsatzmarkt", sagt der Dresdner Unternehmer Jens Günther (51). "Darum ist der russische Markt auch heute noch sehr wichtig. Die Sanktionen gegen Russland kosten viele Firmen seit Jahren 50 bis 80 Prozent Umsatz, besonders im Maschinen- und Anlagenbau."

Der Sachsen-Chef des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft (BVMW, vertritt die Interessen von über 10.000 Betrieben im Freistaat) organisierte darum für den Verband einen "Friedensflug gegen das Embargo".

Zwei Dutzend Unternehmer aus der ganzen Republik fliegen am Samstag in 14 Leichtflugzeugen von Usedom über Danzig in die russische Exklave Kaliningrad.

"Dort treffen wir den Gouverneur, der eine Freihandelszone eröffnen will. Das würde Handel ermöglichen. Wir wollen dort ein Verbandsbüro eröffnen, um den Markteintritt zu erleichtern", sagt Günther. Gestern hob der Hobbypilot in seiner "Comco Ikarus C42" Richtung Usedom ab.

Ready vor Takeoff! Unternehmer und Pilot Jens-Günther machte sich gestern auf dem (Luft-)Weg zur "Friedensmission" Richtung Russland.
Ready vor Takeoff! Unternehmer und Pilot Jens-Günther machte sich gestern auf dem (Luft-)Weg zur "Friedensmission" Richtung Russland.  © Norbert Neumann

Titelfoto: Norbert Neumann


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