Mutter zahlt 10.000 Euro, damit ihre Tochter (7) an Misswahl teilnehmen darf

Alloa (Schottland) - Sian Rybak (33) aus Schottland hat in den letzten neun Monaten all ihr Geld für die Misswahlen ihrer Tochter Lola investiert. Die ist gerade einmal sieben Jahre alt!

Lola geschminkt und in voller Montur vor einem Weihnachtsbaum.
Lola geschminkt und in voller Montur vor einem Weihnachtsbaum.  © Screenshot/Facebook/Sian Rybak

Schönheitswettbewerbe für Kinder sind besonders in den USA ein beliebtes Hobby.

Schon Babys werden dort von ihren Müttern auf Bühnen gesetzt, um sie von einer "Fachjury" beurteilen zu lassen. Wirklich glücklich scheinen die Kinder dabei meistens nicht zu sein. Gestylt und in teure Ballkleider oder Bademode gezwängt, sollen sie dort zeigen, was sie können. Oft vermischt sich die eben aufgetragenen Schminke mit Tränen. Unter die Musik mischt sich Kindergeschrei.

Im Fall Lola ist das etwas ganz anderes, so die stolze Mutter. Sie mache das freiwillig und hätte sogar selbst die Initiative ergriffen, um bei den Wettbewerben in Großbritannien teilnehmen zu dürfen. Nächstes Ziel: Chicago (USA).

Alles begann, als Lola (7) von einer Stylistin, die das Mädchen für ein Fotoshooting schminkte, von den Schönheitswettbewerben für Kinder erfuhr. Seitdem war es um das Mädchen geschehen, schreibt "Daily Mail".

Zunächst war Sian Rybak (33) von der Idee ihrer Tochter nicht begeistert. Schließlich gibt es genug Fernsehsendungen, die zeigen, wie schlecht es den oft erst ein paar Monate alten Kindern bei den Wettbewerben geht. All zu schlimm belastet haben sie die negativen Beispiele dann aber doch nicht. Nach kurzem Zögern willigte sie ein und unterstützt ihre Tochter seitdem, so gut sie kann.

Die Begeisterung für die kontroversen Wettbewerbe ebbte nämlich auch dann nicht ab, als Lola ihre erste Misswahl verlor. "Das war der Einzige, bei dem sie nicht abgesahnt hat, aber sie hatte eine tolle Zeit und wollte es wieder tun."

Die Teilnahme an Misswahlen ist auch für Kinder mit enormen Kosten verbunden

Lola (7) in einem flaschengrünen bodenlangen Ballkleid.
Lola (7) in einem flaschengrünen bodenlangen Ballkleid.  © Screenshot/Facebook/Sian Rybak

Das geht natürlich ins Geld, aber Lola teilt ihr Preisgeld mit ihrer Mutter. Das ist auch nötig, denn die entstehenden Kosten sind enorm. Schließlich kann man nicht erwarten, in einem billigen Kleid zu gewinnen, so die 33-Jährige, man müsse schon Geld in die Hand nehmen.

Umgerechnet über 10.000 Euro für:

  • Maßgeschneiderte Kleider - 2.117 Euro
  • Hotelaufenthalte - 1.700 Euro
  • Wettbewerbsbeitrag - 1.700 Euro
  • Tanzstunden - 1.156 Euro
  • Kraftstoff - 1.016 Euro
  • Perückenstyling - 903 Euro
  • Maßgeschneidertes Irn Bru Kleid - 338 Euro
  • Haarstyling - 338 Euro
  • Make-up - 282 Euro
  • Perücken - 192 Euro
  • Wettbewerbstraining - 169 Euro
  • Falsche Bräune - 113 Euro
  • Schuhe - 96 Euro
  • Falsche Wimpern - 62 Euro

Gegen Kritik ist die Mutter immun. "Ich denke, jeder hat seine eigene Meinung über die Dinge, es ist nicht jedermanns Sache, aber wir betrachten sie (die Misswahlen) als eine Performance. Sie trägt nie etwas zu knappes und ich habe mich nie unwohl gefühlt, ihr zuzuschauen." Außerdem seien die Wettbewerbe gut für das Selbstbewusstsein des kleinen Mädchens und würden ihr auch später in beruflicher Sicht weiterhelfen.

Zwingen würde sie ihre Tochter nicht, nur unterstützen: "Lola liebt jede Sekunde des Wettbewerbs, aber wenn sie sich morgen zu mir umdrehte und sagte: 'Ich will nicht mehr an den Wettbewerben teilnehmen, Mama', wäre es für mich völlig in Ordnung. "

Ein Selfie von Sian Rybak (33).
Ein Selfie von Sian Rybak (33).  © Screenshot/Facebook/Sian Rybak

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