Hat Leipzig keinen Bock auf Party? Ein DJ kämpft ums "Alpenmax"

Auch nach einem Jahr hat DJ Marcel Lenk (27) seinen Optimismus nicht verloren: "Ich habe definitiv immernoch Lust drauf."
Auch nach einem Jahr hat DJ Marcel Lenk (27) seinen Optimismus nicht verloren: "Ich habe definitiv immernoch Lust drauf."

Leipzig - Vor etwa einem Jahr hat der Cultclub "Alpenmax" seine Pforten für alle Feierwütigen geschlossen. Und genau so lange kämpft Marcel Lenk (27) schon für die Neueröffnung. Doch die Stadt macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

Seit 2004 gehörte das "Alpenmax" (Große Fleischergasse 12) fest zur Partyszene der Messestadt. Dann kam im vergangenen Jahr das Aus. Auch Marcel Lenk, Leipziger Urgestein und DJ, war oft zum Feiern in dem Club, legte seit 2011 regelmäßig dort auf. Als er vom Ende des Ladens hörte, beschloss der Musiker, Initiative zu ergreifen.

Schon einen Tag nach der Schließung suchte der Plattendreher das Gespräch mit Verantwortlichen der Stadt Leipzig. Damals bot er an, den Club unter gleichem Namen und mit kleinen Konzeptänderungen weiterzuführen.

"Ich dachte mir - ich kenn' den Laden, ich kenn die Leute", so der 27-Jährige. Für die Stadt wäre es ein Geschäft ohne große Umstände gewesen: "Ich hab mich um alles gekümmert", erzählt Lenk TAG24. Einen Monat hätte er gebraucht, um das "Alpenmax" wiederzueröffnen.

Seit einem Jahr steht der Club in der Innenstadt still.
Seit einem Jahr steht der Club in der Innenstadt still.

Doch so leicht ging es nicht.

Der DJ wurde mehrere Monate hingehalten - es gäbe wohl mehrere Bewerber. Dann kam im August 2016 die Absage. Wie der 27-Jährige aber aus privaten Kreisen weiß: Alle anderen Bewerber erhielten dasselbe Schreiben.

Man wolle das Gebäude für den Eigenbedarf nutzen, teilte die Stadt Leipzig mit. Und ließ damit nicht nur den Club sterben, sondern verzichtete auch noch auf jede Menge Geld: "Etwa 70.000 Euro geht der Stadt damit pro Jahr durch die Lappen", erzählt Marcel.

Und noch ein Detail hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack: In absehbarer Zeit soll der Komplex abgerissen werden. Bis dahin wollte der DJ weiterleben lassen. Und hatte der Stadt noch einen Gefallen getan: "Ich habe Ihnen damals keinen Vertrag mit Mietbindung angeboten, verlangte nur eine Kündigungsfrist von drei Monaten."

Warum also stellt sich die Stadt Leipzig quer? Für Marcel ist die ganze Angelegenheit bezeichnend für das Verkommen der Leipziger Feierkultur: "Nach der Sperrstunde und dem Aus für das Karlibeben im September 2017 (TAG24 berichtete) ist das der nächste Schlag", so der Musiker.

Noch immer ist ihm das "Alpenmax" eine Herzensangelegenheit: "Ich habe definitiv Lust drauf." Fragt sich nur, ob und wann die Stadt Leipzig Laune bekommt...


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