Wegen dieses Fehlers flog der "Shiny Flakes" Dealer auf

Der Angeklagte Maximilian S. (l.) am 25.08.2015 in Leipzig zu Prozessbeginn.
Der Angeklagte Maximilian S. (l.) am 25.08.2015 in Leipzig zu Prozessbeginn.

Leipzig - Falsch adressierte Postpakete haben die Polizei auf die Spur des "Kinderzimmer-Dealers" gebracht. Technisch habe man dem 20-jährigen Leipziger dagegen kaum auf die Schliche kommen können, sagte ein Kriminalhauptmeister am Freitag als Zeuge vor dem Landgericht Leipzig.

Der Großdealer habe ein ausgeklügeltes System angewandt, um seine Spuren im Internet zu verschleiern. "Das war ein richtig gut durchdachtes Ding." Der 20-Jährige hatte vor Gericht zugegeben, über seine Internet-Plattform "Shiny Flakes" aus seinem Kinderzimmer heraus fast eine Tonne Drogen verkauft zu haben.

Die Ermittlungen kamen dem Polizisten zufolge im Sommer 2014 ins Rollen. Bürger hätten bei der Polizei sogenannte Postrückläufer abgegeben - falsch adressierte Päckchen, die Drogen wie Ecstasy oder Crystal Meth enthielten.

Die Verbindung zu "Shiny Flakes" habe sich über ein Ermittlungsverfahren in Baden-Württemberg ergeben. Dort war ein Käufer ertappt worden. Die Polizei verglich die auf "Shiny Flakes" angebotenen Drogen mit den Funden aus den Irrläufern der Post - es waren dieselben. Im Februar 2015 wurde der 20-Jährige schließlich verhaftet.

Der junge Mann steht seit Ende August vor dem Landgericht. Noch immer ist offen, ob bei einer Verurteilung das Jugend- oder das Erwachsenenstrafrecht auf ihn angewandt werden soll.

Dazu soll ein Vertreter der Jugendgerichtshilfe ein Gutachten vorlegen, das für den nächsten Prozesstag am 2. November erwartet wird. Es ist der letzte bislang geplante Verhandlungstermin.

Fotos: dpa


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