Vor diesem Professor zittern die Hells Angels!

Professor Dirk Labudde lehrt in Mittweida digitale Forensik und soll die Personen auf dem Video der Schießerei identifizieren.
Professor Dirk Labudde lehrt in Mittweida digitale Forensik und soll die Personen auf dem Video der Schießerei identifizieren.  © Peter Zschage

Leipzig - Hightech-Forensik kontra Old School Rocker: Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf der Leipziger Eisenbahnstraße kommt einem preisgekrönten sächsischen Wissenschaftler eine möglicherweise entscheidende Rolle zu.

Der Mittweidaer Digital-Forensiker Prof. Dr. Dirk Labudde (50) soll das verrauschte Video der Schießerei entschlüsseln.

Sein Studiengang ist in Deutschland einzigartig: An der Hochschule Mittweida lehrt Professor Labudde digitale Forensik. Künftige Cyber-Cops lernen hier ihr Handwerk - von der computergestützten Gesichtsrekonstruktion über Spracherkennung bis hin zum Verfolgen digitaler Spuren.

Eine Spezialität des Wissenschaftlers, der 2014 mit dem Sächsischen Lehrpreis ausgezeichnet wurde, ist die Auswertung von Videomaterial aus Überwachungskameras. Mit Labuddes Gangbildanalysen und Bewegungsprofilen können selbst vermummte Täter überführt werden.

Im Prozess gegen vier wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagte Leipziger Hells Angels beauftragte die Staatsanwaltschaft den Professor, das verrauschte Augenzeugen-Video (Mopo berichtete) zu analysieren. Angeblich soll es Labudde gelungen sein, die meisten der insgesamt 16 an der Auseinandersetzung beteiligten Hells Angels anhand morphologisch-anthropologischer Marker auf dem Video zu identifizieren.

Im Oktober wird Professor Labudde seine Arbeitsergebnisse dem Gericht vorstellen.

Ein Ausschnitt aus dem Video, in dem die Bluttat zu sehen ist.
Ein Ausschnitt aus dem Video, in dem die Bluttat zu sehen ist.

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