Er zwang eine 12-Jährige zum Oralsex

Leipzig - Andy K. (29) muss sich seit dem heutigen Dienstag vor dem Landgericht verantworten. Er missbrauchte im letzten Jahr eine 12-Jährige über mehrere Monate hinweg sexuell.

Andy K. (29, rechts) mit Rechtsanwalt Ingo Stolzenburg.
Andy K. (29, rechts) mit Rechtsanwalt Ingo Stolzenburg.  © Birthe Kleemann

Sie kannten sich aus dem Schulbus: Andy K., eigentlich gelernter Bäckermeister, arbeitete für einen Transportdienst und brachte jeden Tag Kinder in eine Leipziger Förderschule für Behinderte.

Unter anderem auch Laura N.*, die unter einer Hörbehinderung leidet. Die inzwischen 13-Jährige hatte öfter neben dem 29-Jährigen auf dem Beifahrersitz gesessen. Sogar eine kleine Schwärmerei hatte das Mädchen für ihren Fahrer entwickelt. Gefühle, die Andy K. irgendwann ausnutzte.

Im Zeitraum von Januar 2017 bis Juni 2017 forderte er Laura N. mindestens fünfmal zum Oralsex auf. Dafür befuhr er mit dem Mädchen extra eine veränderte Route - Andy K. wollte mit der Schülerin allein sein. Und Laura N. kam seinen Wünschen nach. Erst am 21. Juni vertraue sie sich schließlich einer Lehrerin an, alles kam heraus. Inzwischen ist das Mädchen in psychologischer Behandlung.

Für Lauras Eltern ein Schock - zwar hatten sie bemerkt, dass ihre Tochter sich immer mehr zurückgezogen hatte, das allerdings auch teilweise als pubertäres Verhalten abgetan. Auch heute noch könne ihre Tochter bestimmte Wege nicht laufen, da die Erinnerungen hochkämen, erzählt die Mutter. Das Mädchen kämpfe mit Angstzuständen und suizidalen Gedanken. Allerdings war für den zuständigen Gerichtspsychologen nicht klar, ob die Störungen erst durch die Therapie entstanden waren. Fest steht für ihn aber: "Die Begegnung mit sexuellen Handlungen ist in dem Alter zu früh." Laura N. sei schwerst verunsichert gewesen, konnte das, was ihr passiert ist, nicht einordnen.

Ihr Peiniger wollte vor Gericht nicht reden. Nachdem sich Richter, Anklage und Verteidigung bereits nach wenigen Verhandlungsminuten zu einem Verständigungsgespräch zurückgezogen, legte der 29-Jährige wenig später durch seinen Anwalt ein Geständnis ab. "Mein Mandant schämt sich zutiefst für sein Verhalten und akzeptiert die Schuld", verkündete Rechtsanwalt Ingo Stolzenburg. Andy K. schwieg.

Eine Freiheitsstrafe von bis zu viereinhalb Jahren blüht dem 29-Jährigen jetzt. Der Prozess wird fortgesetzt.

*Name von der Redaktion geändert

Titelfoto: Birthe Kleemann


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