Traurige Statistik: Mehr Verkehrstote auf Leipzigs Straßen

Leipzig - Im letzten Jahr stieg die Anzahl der Menschen, die im Leipziger Straßenverkehr ihr Leben lassen mussten. 2018 starben insgesamt 14 Personen bei Unfällen in der Stadt. Diese traurige Zahl geht aus dem aktuellen Bericht der Verkehrsunfallkommission hervor.

Auf der Jahnallee wurde Tempo 30 und ein Kurzzeit-Parkverbot eingeführt. Dennoch gilt die Straße als eine der gefährlichsten in der Stadt.
Auf der Jahnallee wurde Tempo 30 und ein Kurzzeit-Parkverbot eingeführt. Dennoch gilt die Straße als eine der gefährlichsten in der Stadt.  © Nico Zeißler

Zwar sei laut dem Bericht die Gesamtunfallzahl weiterhin zurückgegangen. So ereigneten sich im Jahr 2018 13.006 Verkehrsunfälle. 2017 waren es noch 13.409 gewesen. Doch im Gegensatz zum Vorjahr stieg die Anzahl der Verkehrstoten von neun auf 14.

Auch würden wieder häufiger Unfälle, in denen Fahrradfahrer beteiligt sind, passieren. "Die Situation ist weiterhin bedrückend", so Michael Jana, der Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes. Kam es 2017 zu insgesamt 1171 Vorfällen, verunglückten im darauffolgenden Jahr bereits 1286 Radler. Sechs Fahrradfahrer kamen im letzten Jahr ums Leben.

So erwies sich beispielsweise die innere Jahnallee als "Brennpunkt". Immer wieder kam und kommt es hier zu schweren Verkehrsunfällen. So wurde im Mai 2018 eine Fahrradfahrerin von einer Straßenbahn erfasst und schwer verletzt (TAG24 berichtete). Auch in diesem Jahr ereigneten sich auf der Straße im Zentrum-West mehrere schwere Unfälle. Ein 16-Jähriger musste nach einem tragischen Vorfall an der Kreuzung Jahnallee/Leibnizstraße sein Leben lassen.

103 "Unfall-Hotspots" in der Stadt

Insgesamt kamen im letzten Jahr sechs Fahrradfahrer bei Unfällen in Leipzig ums Leben. (Symbolbild)
Insgesamt kamen im letzten Jahr sechs Fahrradfahrer bei Unfällen in Leipzig ums Leben. (Symbolbild)  © 123RF

Die Stadt reagierte und führte im Frühjahr auf der Straße zunächst Tempolimit 30 ein. Außerdem wurde das Kurzzeitparken an der Straße verboten, um mehr Platz für Verkehrsteilnehmer zu schaffen. Dennoch fordern Gruppen und Vereine wie der ADFC Leipzig e.V. eine gesonderte Radfahrspur. Derzeit prüft das Verkehrs- und Tiefbauamt, einen Radfahrstreifen ab Höhe der Funkenburgstraße zu markieren.

Auf der Dresdner Straße wurde vor wenigen Wochen bereits eine Spur für Fahrradfahrer eingerichtet (TAG24 berichtete). Insgesamt hat die Stadt 103 "Unfall-Hotspots", wie auch die Kreuzung vor dem Felsenkeller oder die Prager Straße, im Blick.

Doch wieso kommt es überhaupt zu mehr Fahrrad-Unfällen? Gründe sieht das Amt im zunehmenden Radverkehr in der Stadt und auch im einladenden Wetter.

Derzeit plant die Stadt eine Verkehrssicherheits-Kampagne, die für mehr Respekt und Rücksichtnahme anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber sensibilisieren soll.

Titelfoto: 123RF

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