Leipziger Attraktion bleibt länger, doch Zukunft ist unklar: "Lange können wir das nicht mehr halten"
Leipzig - Das "RollOn" auf dem Augustusplatz und der "LOOK 360° Panoramaturm" wurden in diesem Jahr so gut angenommen, dass die Veranstalter noch einige Tage dran hängen und nun bis zum 19. September bleiben. Doch es gibt auch einige Herausforderungen.
Hinter dem 71-Meter-hohen Aussichtsturm steckt Thomas Schneider. Zusammen mit seiner Familie und seinen Angestellten reist er jedes Jahr in bis zu neun Städte.
Jedes Mal bauen sechs Personen den Turm wieder auf und ab, verladen die schweren Teile auf sieben Sattelauflieger und fahren in die nächste Stadt. Vier Millionen Euro hat Schneider vorab für die Technik investiert.
Es freut ihn, dass die Leipzigerinnen und Leipziger aus allen Altersgruppen die Attraktion so gut annehmen - und dass, obwohl das City-Hochaus mit einer eigenen Aussichtsplattform direkt gegenüber steht.
"Man kann beide Attraktionen nicht vergleichen", sagte Schneider gegenüber TAG24. "Bei uns ist natürlich der Vorteil, dass man auf den Turm blicken kann und die ganze Skyline der Stadt sieht". Dazu gibt es Musik und Erzählungen. Genau das zieht auch die Menschen an, die laut dem Inhaber oft nicht nur einmal fahren.
Obwohl es in der Messestadt gut läuft, blickt Thomas Schneider mit etwas Sorge auf die Zukunft. Die hohen Preise für Diesel und Strom machen dem Schaustellerbetrieb zu schaffen. "Im Moment bezahlen wir das noch aus eigener Tasche", erklärte er im Interview. "Aber lange können wir das nicht mehr halten."
Die Folge wären höhere Eintrittspreise. Momentan kostet eine Fahrt für Erwachsene acht und für Kinder sechs Euro. Geöffnet ist täglich von 12 bis 22 Uhr, am Freitag und Samstag teilweise auch länger.
Der 360° Panoramaturm könnte im nächsten Jahr wieder kommen
Der "LOOK 360° Panoramaturm", der voll barrierefrei ist, ist bereits zum zweiten Mal in Leipzig. Das Wetter sei laut Schneider im vergangenen Jahr besser gewesen. "Bis auf Schnee hatten wir in diesem Jahr alles", scherzte er. Da die Gondeln aber sicher verglast sind, klimatisiert und beheizt werden können, spielen die Wetterbedingungen für den Betrieb quasi keine Rolle.
Die Sicherheit des Turms wird an jedem Standort von einer Bauabnahme überprüft und einmal im Jahr checkt zusätzlich der TÜV Süd alles. Da der Geschäftsführer und sein Team beim Auf- und Abbau jedes Teil der hydraulischen Anlage in der Hand haben, fallen mögliche Defekte schnell auf.
Thomas Schneider und seine Familie wohnen aktuell direkt am Augustusplatz in Wohnwagen. Ursprünglich kommen sie aus Düsseldorf. Dort sind sie aber so gut wie nie. Nach Leipzig geht es weiter nach Oldenburg, zu Weihnachten sind sie in Wuppertal.
Und eine Sache steht auch schon fest: Der Schaustellerbetrieb plant im kommenden Jahr wieder nach Leipzig zu kommen.
Titelfoto: Bildmontage: Christian Grube