Fördergelder missbraucht? Unternehmer zeigt Meissener Porzellan an!

Meißen - Als die Manufaktur Meissen verkündete, 28 Millionen Euro in die eigene Zukunft zu investieren, freuten sich viele Fans der Porzellankultur. Doch einem Unternehmer aus Ebersbach-Neugersdorf stieß das sauer auf. Er vermutet, dass hier gegen das Gesetz verstoßen wird, und stellte Strafanzeige.

Bei der Präsentation der neuen Stücke zeigten sich die Geschäftsführer Georg Nussdorfer (45, l.) und Tillmann Blaschke (55) bestens gelaunt.
Bei der Präsentation der neuen Stücke zeigten sich die Geschäftsführer Georg Nussdorfer (45, l.) und Tillmann Blaschke (55) bestens gelaunt.  © Norbert Neumann

"Ich bin seit 15 Jahren selbstständig", sagt Werkzeugbauer Dietmar Wagenknecht (54). "Wenn ich so etwas lese, schrillen bei mir die Alarmglocken."

Denn er ist überzeugt, dass es bei der Unterstützung durch den Freistaat nicht mit rechten Dingen zugeht.

"Ich habe in die Bilanz gesehen, die ist ja öffentlich einsehbar", sagt er. "Daraus wird ersichtlich, dass die Steuergelder in den Schuldenabbau flossen. Das ist nicht mit EU-Recht vereinbar!"

So erstattete Wagenknecht Anfang 2018 Anzeige. "Wir prüfen das derzeit noch, ob ein Anfangsverdacht vorliegt", sagt Sprecher Lorenz Haase (58). Auch die EU-Kommission beschäftigt sich derzeit mit dem Fall.

Die Manufaktur-Leitung selbst sieht in der Förderung jedoch keine Unrechtmäßigkeit:

"Bei den 28 Millionen Euro, die der Gesellschafter im Oktober 2017 in die Kapitalrücklage eingezahlt hat, handelt es sich ganz wesentlich um Mittel zur Finanzierung von Investitionen und zum Aufbau von Marketing- und Vertriebsstrukturen und nicht um Mittel zum Ausgleich vergangener Verluste", sagt Sprecherin Sandra Jäschke (42).

Dietmar Wagenknecht (54) hat Strafanzeige gegen die berühmte Manufaktur erstattet.
Dietmar Wagenknecht (54) hat Strafanzeige gegen die berühmte Manufaktur erstattet.

Titelfoto: Norbert Neumann


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