Wird Fleisch Essen künftig hart bestraft?

London (England) - Wenn es um den selbsternannten radikalen Anwalt Michael Mansfield (77) geht, sollte Fleischkonsum unter Strafe gesetzt werden. Auch wenn seine Argumente durchaus nachvollziehbar sind, wird das wohl noch ein weiter Weg werden.

Der englische Anwalt Michael Mansfield hält den Konsum von Fleisch gegen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. (Symbolbild)
Der englische Anwalt Michael Mansfield hält den Konsum von Fleisch gegen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. (Symbolbild)  © Unsplash/Pascal Debrunner

Michael Mansfield ist Republikaner und Sozialist, lebt vegetarisch und ist außerdem Schirmherr der Tierschutzorganisation Viva!

Berühmt und berüchtigt ist er aber vor allem für seine Erfolge im Gerichtssaal.

So hat er in den 70er Jahren die Familien der Opfer des "Blutsonntags" in Irland verteidigt und erlangte wohl weltweite Bekanntheit durch seine Untersuchungen im Fall Dodi Al-Fayed (†42), der gemeinsam mit Lady Di (†36) 1997 in Paris bei einem Autounfall ums Leben kam.

Sein neuestes Projekt: Der erfolgreiche Anwalt will den Konsum von Fleisch zugunsten der Umwelt unter Strafe stellen lassen, so die "Daily Mail".

Montag, pünktlich zum Startschuss der von Viva! organisierten Kampagne "Vegan Now", wird er sich bei einer Tagung der Labour-Partei in Brighton, dazu äußern. Bei dem Treffen befassen sich die anwesenden Politiker hauptsächlich mit den Auswirkungen der Tierhaltung auf den Klimawandel.

Am Sonntag veröffentlichte Viva! Auszüge aus Michael Mansfields geplanter Rede vor der Labour-Partei.

Rinder und Lämmer produzieren enorm viele Treibhausgase. (Symbolbild)
Rinder und Lämmer produzieren enorm viele Treibhausgase. (Symbolbild)  © Unsplash/Andy Kelly

Fleisch zu essen sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, so der 77-Jährige. Deshalb sei es an der Zeit, dass auch ein Gesetz gegen den Ökozid verabschiedet werden muss. Ähnlich wie beim Völkermord und anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Eine steile These.

Seine Behauptung ist allerdings, wie es sich für einen erfolgreichen Anwalt gehört, extrem gut belegt. So bezieht er sich bei seiner Rede unter anderem auf die UN, die in der Vergangenheit schon empfahl, den Fleischkonsum zu reduzieren, da das eine "große Chance" sei, den Klimawandel aufzuhalten.

Auch Wissenschaftler weltweit sehen die Nahrungsmittelproduktion aus tierischen Produkten als den Hauptschuldner für den fortschreitenden Klimawandel. Immerhin soll diese für mehr als ein Drittel der Treibhausgase verantwortlich sein. Besonders Rindfleisch und Lammfleisch schlagen hier zu Buche.

Aber nicht nur das. Ein weiteres großes Problem sei außerdem die extreme Verschwendung von Lebensmitteln. Viel zu viel wird weggeschmissen. Nicht nur in England. In Deutschland wurden 2015 pro Kopf etwa 75 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf in die Tonne geworfen, so das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Die Wissenschaft stimmt ihm also zu. Die Auswirkungen sind katastrophal. Ob es tatsächlich zu einem Verbot kommen kann? Mansfield geht stark davon aus. "Ich denke, wenn wir uns den Schaden ansehen, den der Fleischkonsum dem Planeten zufügt, ist es nicht absurd zu denken, dass es eines Tages illegal sein wird."

Außerdem sei es nicht das erste Mal, das etwas verboten wird, was zuvor zum Alltag gehörte. Wie das Rauchen innerhalb von Gebäuden zum Beispiel.


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