So trauerte die Parkeisenbahn um den Kinderschänder





Die Fördervereinsverantwortlichen schalteten diese Traueranzeige.
Die Fördervereinsverantwortlichen schalteten diese Traueranzeige.  © Traueranzeige

Dresden - Zwei Tage nach Bekanntwerden des sexuellen Missbrauchs an einem 16-Jährigen durch Tilo H. (38), Bahnleiter und Fördervereinsmitglied der Parkeisenbahn, schlagen die medialen Wogen hoch. Jetzt wurden neue Details bekannt.

Mit lobenden Worten hatte der Förderverein nach dem Freitod des mutmaßlichen Kinderschänders in einer Traueranzeige Abschied genommen.

„Wer Bleibendes geschaffen hat und Menschen begeistern konnte, wird nicht vergessen“: So lautet der erste Satz der Anzeige. Mit dem heutige Wissen klingt das befremdlich.

„Zum Zeitpunkt der Schaltung der Traueranzeige befanden wir uns noch alle im Schockzustand“, sagt Georg Henkel, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins.





Bahnwärter Tilo war laut Aussage des Fördervereins sehr beliebt bei den 
Kindern.
Bahnwärter Tilo war laut Aussage des Fördervereins sehr beliebt bei den Kindern.  © Thomas Türpe

„Uns war damals nur die Anzeige gegen den Beschuldigten bekannt, wir kannten weder Inhalt noch Ausmaß der Beschuldigungen.“

Der Suizid wurde nicht erwähnt, um die Kinder zu schonen. Henkel gibt dennoch zu: „Im Nachhinein betrachtet ist die Wahl des Spruches vielleicht nicht die Beste, aber eben zu der Art der Verarbeitung der Schicksalsschläge notwendig gewesen.“

Bis Mittwochnachmittag waren bei der Schlösserland GmbH noch keine Informationen über weitere Missbrauchsfälle eingegangen. Dafür gab es Elternreaktionen zum geplanten Kinderschutzkonzept.

„Die meisten waren positiv“, so Schlösserlandsprecher Uli Kretzschmar.

Aus Anlass des Vorfalls wird jetzt ein Kinderschutzkonzept für die 
Parkeisenbahner geplant.
Aus Anlass des Vorfalls wird jetzt ein Kinderschutzkonzept für die Parkeisenbahner geplant.  © DPA

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