Sächsische Reisegruppe verunglückt auf Autobahn: 18 Tote

Auf der Autobahn 9 kam es am Montagmorgen zu einem Unfall, der in einer Tragödie endete.
Auf der Autobahn 9 kam es am Montagmorgen zu einem Unfall, der in einer Tragödie endete.  © News5

Münchberg - Ein Reisebus ist am Montag nach einem Unfall mit einem Lastwagen auf der Autobahn 9 in Oberfranken in Brand geraten.

Der Bus kam aus Norden und war in Fahrtrichtung Nürnberg unterwegs. Bei den Reisenden soll es sich um eine Seniorengruppe aus Sachsen handeln.

Durch den schweren Unfall gab es mehrere Verletzte, Schwerverletzte und nach bisherigen Erkenntnissen 18 Tote.

Der Bus sei am Montag kurz nach 7.00 Uhr nahe Münchberg bei sich stauendem Verkehr auf einen Sattelzug aufgefahren und vollständig ausgebrannt. Übrig blieb nur noch ein verkohltes Gerippe des Wracks.

Die Polizei musste die A9 in beide Richtungen sperren. Rund 200 Einsatzkräfte der Rettungsdienste, Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks und der Polizei waren vor Ort. Außerdem waren mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Sie kreisten auch am Vormittag noch über der Unfallstelle zwischen der Anschlussstelle Münchberg-Süd und Gefrees.

Es bildeten sich lange Rückstaus. Das Polizeipräsidium Oberfranken rief die Bevölkerung über den Kurznachrichtendienst Twitter dazu auf, die Unfallstelle möglichst weiträumig zu umfahren. "In Richtung Süden bitte bereits über die A72 und A93 abfahren", hieß es beispielsweise.

 					Bestatter bringen zwei Holzsärge an die Unfallstelle auf der Autobahn A9.
Bestatter bringen zwei Holzsärge an die Unfallstelle auf der Autobahn A9.

Update 17.06 Uhr: Das Bayerische Rote Kreuz teilte in einem ausführlichen Einsatzbericht mit, dass insgesamt 22 Einsatzfahrzeuge von Rettungs-, Sanitäts- und Betreuungsdienst, fünf Rettungshubschrauber, drei Einsatzfahrzeuge des THW, 21 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und circa 50 Einsatzkräfte der Polizei vor Ort waren.

Update 16.05 Uhr: Mit Bestürzung haben der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) und der Landesverband des Sächsischen Verkehrsgewerbes (LSV) Kenntnis davon erhalten, dass es in den Morgenstunden des 3. Juli auf der A9 zu einem schweren Unfall mit einem Reisebus gekommen ist.

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), Wolfgang Steinbrück, sowie der Vorsitzende der Fachvereinigung Personenverkehr im Landesverband des Sächsischen Verkehrsgewerbes (LSV) e.V., Jürgen Müller, möchten den Betroffenen und Angehörigen ihr Mitgefühl angesichts der furchtbaren Tragödie aussprechen. "Wir sind tief erschüttert von dieser Nachricht. Die deutschen Busunternehmer sind in diesem Moment in Gedanken bei den Opfern des Unfalls und ihren Angehörigen", sagte Wolfgang Steinbrück.

Der Bus, der am Unfall auf der A9 beteiligt war, ist im Besitz eines bdo- und LSV-Mitgliedsunternehmens. Laut ersten Informationen handelt es sich um ein drei Jahre altes Fahrzeug des niederländischen Herstellers VDL vom Typ FHD2. Im April 2017 war der Omnibus zuletzt einer Sicherheitsprüfung vom TÜV ohne Beanstandung unterzogen worden.

Der Bus war vorschriftsmäßig mit zwei Fahrern unterwegs. Der Fahrer, der den Omnibus zum Unfallzeitpunkt lenkte, kam bei dem tragischen Unfall ums Leben. Er war seit über 10 Jahren im Unternehmen beschäftigt und hatte im Jahr 2013 vom Landesverband des Sächsischen Verkehrsgewerbes und dem Sächsischen Innenministerium eine Auszeichnung für langjähriges unfallfreies und sicheres Fahren erhalten. Auch seitdem fuhr er bis heute unfallfrei und nahm zuletzt im November 2016 an einem Fahrsicherheitstraining teil.

Experten der Polizei arbeiten an der Unfallstelle neben dem Gerippe eines Busses (r.) und einem Lkw-Anhänger.
Experten der Polizei arbeiten an der Unfallstelle neben dem Gerippe eines Busses (r.) und einem Lkw-Anhänger.

Update 16.00 Uhr: Auch der Bautzner Landrat Michael Harig (56) ist bestürzt über die Ereignisse: "Ich bin sehr betroffen über diesen furchtbaren Unfall, bei dem Menschen auf dem Weg in den Urlaub plötzlich auf so grausame Weise aus dem Leben gerissen wurden. Meine Gedanken und Mitgefühl sind bei den Opfern und ihren Familienangehörigen", so Harig Gleichzeitig dankte er den Einsatzkräften für ihre schnelle Hilfe und wünscht den schwer verletzten Opfern eine schnelle und gute Genesung.

Update 15.30 Uhr: Die Polizei Oberfranken hat per Twitter bestätigt, dass alle 18 vermissten Personen ums Leben gekommen sind.

Update 15.12 Uhr: Auch Dynamo Dresden hat sich mittlerweile zu dem schrecklichen Busunfall geäußert. Dynamos Präsident Andreas Ritter: "Wir sind fassungslos und zutiefst erschüttert. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, ihren Familien und Freunden. Wir wünschen den Verletzten, ihren Angehörigen und den Rettungskräften vor Ort so viel Kraft wie möglich, um dieses furchtbare Unglück zu bewältigen."

Update 14.30 Uhr: Auch Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (51, CDU) will sich persönlich ein Bild vom schweren Busunglück mit 18 Toten auf der A9 in Oberfranken machen. Sie ist als Vertreterin der Landesregierung auf dem Weg dorthin. Klepsch reagierte bestürzt und betroffen auf die Nachricht. "In diesen schweren Stunden sind meine Gedanken bei den Opfern und deren Familien und Freunden, ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl", erklärte sie in Dresden. Den Verletzten wünschte die Ministerin eine "schnelle und vollständige Genesung". Sie dankte zudem den Rettungskräften für den schwierigen Einsatz.

Das Luftbild zeigt die Unfallstelle auf der Autobahn A9 bei Münchberg.
Das Luftbild zeigt die Unfallstelle auf der Autobahn A9 bei Münchberg.

Update 14.25 Uhr: Wegen des schweren Busunfalls hat die Polizei einen "Führungsstab zur Information und seelsorgerischen Betreuung der Angehörigen" eingerichtet.

„Die Nachricht von dem schrecklichen Busunfall einer überwiegend sächsischen Reisegruppe in Bayern mit Toten und Verletzten macht mich tief betroffen. Ich möchte den Angehörigen, Freunden und Bekannten der Opfer mein tiefes Mitgefühl sowie meine Anteilnahme aussprechen. Den Verletzten wünsche ich baldige und volle Genesung", sagte Sachsens Innenstaatssekretär Dr. Michael Wilhelm.

Gleichzeitig dankte er den bayrischen Einsatzkräften und sicherte ihnen Hilfe zu. "Wir haben bei der Polizeidirektion Dresden einen Führungsstab eingerichtet. Dieser unterstützt die Bayerische Polizei bei der Identifizierung der Opfer. Zudem wird dort die Information sowie die seelsorgerische Betreuung der Angehörigen in Sachsen koordiniert", so Wilhelm weiter.

Für Angehörige wurde die Service-Telefonnummer 0800/7766350 geschaltet.

Der Bus brannte komplett aus.
Der Bus brannte komplett aus.  © DPA

Update 14.11 Uhr: Laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (47) haben sich insgesamt 30 Personen - zum Teil schwer verletzt - aus dem Bus gerettet. Von den besagten 30 Insassen sollen zwei Personen aufgrund schwerer Brandverletzungen in Lebensgefahr schweben. Insgesamt 11 Menschen wurden bislang tot geborgen.

Update 14.02 Uhr: Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich 46 Fahrgäste und zwei Fahrer im Bus befunden haben. 30 Fahrgäste sind notärztlich behandelt worden. Ein Busfahrer kam ums Leben. Die Altersstruktur im Bus lag zwischen 41 und 81 Jahren. Die jetzt noch vermissten Personen sollen im Alter von 66 bis 81 Jahren sein, so Anne Höfer, Sprecherin der Polizeidirektion Oberfranken

Update: 14.00 Uhr: Beim Unfallfahrzeug soll es sich um einen Bus des Bus-Unternehmens Reimann-Reisen aus Löbau handeln.

Update 12.55 Uhr: Laut der Frankenpost soll beim Unglück auch der Fahrer des Reisebusses ums Leben gekommen sein. Die sonstigen Insassen waren zwischen 41 und 86 Jahre alt.

Insgesamt wurden 30 der 48 Insassen verletzt. 18 Menschen sind ums Leben gekommen.
Insgesamt wurden 30 der 48 Insassen verletzt. 18 Menschen sind ums Leben gekommen.  © News5

Update 12.51 Uhr: Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (45) hat den Opfern des Unfalls und ihren Familien sein Mitgefühl ausgesprochen:

"Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei jenen, die so plötzlich aus dem Leben gerissen worden sind, bei ihren Angehörigen und den vielen, zum Teil lebensbedrohlich Verletzten."

Hilbert dankt den Rettungskräften am Unfallort und in den umliegenden Kliniken für ihren Einsatz: „Ich bin den Besatzungen der Rettungswagen und Rettungshubschrauber, den Einsatzkräften der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes und der Polizei Oberfranken sehr dankbar für ihre schnelle und professionelle Hilfe. Möge es den Ärzten und Pflegekräften gelingen, das Leben der Verletzten zu retten."

Update 12.38 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zum Busunglück auf der Autobahn 9: "Mit großer Betroffenheit habe ich den schrecklichen Unfall einer sächsischen Reisegesellschaft aufgenommen. Ich bin sehr traurig und drücke meine tiefe Anteilnahme gegenüber den Familien und Freunden der Opfer aus. Den Verletzten wünsche ich schnelle und vollständige Genesung. Allen Rettungskräften, unseren bayerischen Freunden, danke ich ganz herzlich für ihren schwierigen Einsatz und wünsche ihnen viel Kraft. Ich werde das Geschehen weiter verfolgen und bin in Gedanken bei allen Betroffenen und Beteiligten."

Insgesamt 22 Einsatzwagen waren im Einsatz.
Insgesamt 22 Einsatzwagen waren im Einsatz.  © DPA

Update 12.30 Uhr: Die Bundesregierung hat ihr tiefes Mitgefühl für die Opfer des Busunfalls in Oberfranken geäußert. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, Kanzlerin Angela Merkel habe "davon mit großer Bestürzung erfahren. Unsere Anteilnahme gilt den Opfern und ihren Angehörigen, und sie gilt auch den Verletzten." Merkels Dank gehe "an alle Rettungskräfte, Ärzte, Sanitäter, Seelsorger, die im Einsatz waren und sind, um Verletzte zu bergen, um Menschen zu betreuen in einer entsetzlichen Situation."

Update 12.15 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich betroffen über den schweren Busunfall gezeigt. Noch sei offen, wie viele Opfer es genau gebe. "Zu diesem Zeitpunkt kann ich nur sagen, dass wir mit den Angehörigen mitfühlen und denjenigen, die verletzt sind, möglichst baldige und vollständige Genesung wünschen", sagte Steinmeier am Montag bei seinem Antrittsbesuch als Bundespräsident in Baden-Württemberg.

Die Autobahn wurde komplett gesperrt.
Die Autobahn wurde komplett gesperrt.

Update 12.03 Uhr: Es sind nach Erkenntnissen der Polizei vermutlich 18 Menschen ums Leben gekommen. Dies bestätigte ein Sprecher am Montag.

30 der 48 Insassen seien verletzt worden, einige von ihnen schwer. "Die verbleibenden Personen dürften wohl in dem brennenden Reisebus ums Leben gekommen sein", hieß es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Update 11.58 Uhr: In dem Reisebus, der am Montagmorgen auf der A9 in Oberfranken verunglückt ist, saßen nach dpa-Informationen Fahrgäste aus der Oberlausitz und dem Großraum Dresden. Mitarbeiter der Polizeidirektion Dresden bereiteten sich darauf vor, die Angehörigen der Todesopfer zu informieren.

Aus der Oberlausitz kommend, hatte der Bus am frühen Morgen Station am Dresdner Hauptbahnhof gemacht und Reisende aufgenommen; kurz nach 7.00 Uhr war er bei Münchberg verunglückt.

Nach ersten Informationen soll der Reisebus nach einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen in Brand geraten sein.
Nach ersten Informationen soll der Reisebus nach einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen in Brand geraten sein.

Update 11.50 Uhr: Nach Informationen der Polizei in Bayern sind bei dem schrecklichen Busunglück mehrere Menschen gestorben. 30 Männer und Frauen wurden zum Teil schwer verletzt.

Update 11.33 Uhr: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) kommen an die Unfallstelle. Wie Herrmanns Sprecher am Montag in München sagte, nehmen beide einen Hubschrauber aus Berlin und treffen voraussichtlich gegen 12.30 Uhr nahe Münchberg ein. Sie wollten sich ein Bild von der Lage machen und mit den Einsatzkräften sprechen.

Update 11.09 Uhr: Wie die Frankenpost berichtet, sollen die 17 vermissten Personen tot sein. Der Bus sei von Dresden aus auf dem Weg zum Gardasee gewesen.

Es sei unwahrscheinlich, dass sich noch jemand habe retten können und verletzt in der Umgebung liege, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Der Screenshot von Google Earth zeigt die Region Münchberg in Bayern mit der Unfallstelle.
Der Screenshot von Google Earth zeigt die Region Münchberg in Bayern mit der Unfallstelle.

Um die Unfallstelle herum gäbe es Wildschutzzäune, über die vermutlich niemand geklettert sei.

Tote konnte ein Sprecher bislang nicht offiziell bestätigen. "In dem Moment, in dem wir eintrafen, kam niemand mehr aus dem Bus", sagte der Sprecher.

Update 10.44 Uhr: Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, kam der Bus aus der sächsischen Lausitz. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

Update 10.26 Uhr: 30 Menschen aus dem Bus seien verletzt, 18 würden noch vermisst, sagte der Sprecher. Damit korrigierte er frühere Angaben.

Update 10.11 Uhr: Nach dem schweren Busunfall in Oberfranken ist eine zentrale Telefonnummer für besorgte Angehörige eingerichtet worden. Unter der Rufnummer 0800 / 7766350 können sie sich an die Gemeinsame Auskunfts- und Vermisstenstelle wenden, wie die Polizei am Montag mitteilte. Auch Zeugen könnten sich hier melden.

Insgesamt kamen 18 Menschen ums Leben.
Insgesamt kamen 18 Menschen ums Leben.  © DPA

Update 9.44 Uhr: In dem brennenden Bus auf der Autobahn 9 in Oberfranken war eine Reisegruppe aus Sachsen. Woher genau die Menschen kamen und welches Ziel sie hatten, sagte Jürgen Stadter, Sprecher des Polizeipräsidium Oberfranken, zunächst nicht. Auch machte er keine Angaben zu dem Reiseanbieter.

Update 9.31 Uhr: Nach dem Reisebusunfall auf der Autobahn 9 in Oberfranken rechnet die Polizei mit Toten. "Wir sind schon so realistisch, dass es auch Tote geben könnte", sagte ein Sprecher. saßen den Angaben zufolge 46 Fahrgäste und zwei Fahrer - von 31 Fahrgästen wissen die Beamten, dass sie verletzt sind. Der Verbleib der übrigen 17 Menschen war zunächst unklar.

Dass es definitiv Tote gibt, konnte der Polizeisprecher nach eigenen Worten aber zunächst nicht bestätigen. Noch gebe es "ein Fünkchen Hoffnung", sagte er. "Vielleicht ist jemand im Schockzustand weggerannt."

Update 8.59 Uhr: Bei dem Unfall auf der Autobahn 9 bei Münchberg in Oberfranken mit einem brennenden Reisebus sind nach Polizeiangaben 31 Fahrgäste verletzt worden. Mehrere davon wurden schwer verletzt, wie die Beamten am Montagmorgen mitteilten.

Titelfoto: DPA


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