"Widerlich": Rassistischer Fauxpas in deutscher Modezeitschrift aufgedeckt

München - Die November-Ausgabe der deutsche Zeitschaft "Elle" wurde im Internet als rassistisch entlarvt.

Auf der Seite der Elle (l) wurden die Models Janaye Furman (r) und Naomi Chinwing vertauscht. (Bildmontage)
Auf der Seite der Elle (l) wurden die Models Janaye Furman (r) und Naomi Chinwing vertauscht. (Bildmontage)  © Instagram @diet_prada

Unter dem Leitsatz "Black is back" widmet die deutsche "Elle" (Burda Verlag) ihr Heft dunkelhäutigen Frauen. Was die Zeitschrift wohl als besonders "vielfältig" positionieren sollte, geht gehörig nach hinten los.

Die Instagram-Plattform "Diet Prada" ist bekannt dafür, Missgeschicke in der Modebranche aufzuklären. Der Kanal mit über 1,6 Millionen Follower ist sich nicht zu schade, mit dem Finger auf die Topstars der Modewelt zu zeigen. So bekommen regelmäßig Designer wie Prada, Ysl oder auch Stars wie Kim Kardashian ihr Fett weg.

In ihren neusten Postings nimmt "Diet Prada" die deutsche Elle ins Visier. Zum einen geht es in der Enthüllungsgeschichte darum, dass Dunkelhäutige als "Trend" hingestellt werden ("Black is back"). Zum anderen tappen die Redakteure in ein rassistisches Klischee und ordnen einem Model den falschen Namen zu. So ist neben dem Text zu Janaye Furman ein Foto von Naomi Chinwing zu sehen. "Nie waren Models of Colour so gefragt wie jetzt", schreibt die Elle im Text.

Und wäre das nicht schon alles peinlich genug für ein Magazin von solchem Stand, packen die Verantwortlichen auch noch ein weißes Model auf das Cover ihrer doch schon so "schwarzen" Ausgabe. Sind dunkelhäutige Models in Deutschland also doch nicht so gefragt, wie im Text behauptet wird?

Der Aufschrei unter den Followern kennt seit der Veröffentlichung keine Grenzen. Unter dem Instagram-Post von Diet Prada sammeln sich Tausende entrüstete Kommentare. "Gute Intention, ärmliche Ausführung", interpretiert ein User die Geschichte. "Das passiert, wenn Unternehmen Diversität abbilden "wollen" und selbst nicht divers sind", fügt eine weitere Nutzerin hinzu.

Viele beschreiben die Umsetzung der Elle als "sickening" ("widerlich") und sehen Entlassungen voraus: "Einfach allen kündigen", fordert ein User.

Bisher hat sich die Elle nicht selbst zu dem Fehler geäußert. Den negativen Schlagzeilen, die sich zum Verlagshaus Burda gerade häufen, setzt der Fall nun die Krone auf.

Dass die Geschichte ohne Konsequenzen bleibt, steht außer Frage. Schließlich haben schon ganz anderen unter dem Urteil der Modepolizei gelitten.

Titelfoto: Instagram @diet_prada


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