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Mutter verliert Tochter bei Amoklauf in Winnenden: So geht sie mit dem Tod ihres Kindes um

Gisela Mayers Kind wurde bei dem Amoklauf in Winnenden getötet

Zehn Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden, an dem Gisela Mayer ihre Tochter verloren hat, setzt sie sich noch immer unermüdlich gegen Gewalttaten ein.

Von Lara Röhrich

Winnenden - Zehn Jahre sind seit dem Amoklauf in Winnenden vergangen. Gisela Mayer verlor ihre Tochter an diesem Tag. Seitdem setzt sie sich unermüdlich gegen Gewalttaten ein. TAG24 hat mit ihr gesprochen.

Gisela Mayer setzt sich unter anderem gegen Gewalt an Schulen ein.
Gisela Mayer setzt sich unter anderem gegen Gewalt an Schulen ein.

Die Albertville-Realschule im März 2019: Es wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz gewöhnliches Schulgebäude, hell, lichtdurchflutet, an der Treppe hängen gemalte Bilder mit Aufschriften von Schülern.

Kaum etwas erinnert an den Tag vor zehn Jahren, an dem ein 17-jähriger Junge morgens Zuhause am Frühstückstisch seinen Kakao trinkt, ein Stück Rührkuchen isst, sich mit einer Waffe aus dem Schrank des Vaters und 285 Patronen zu einem Amoklauf aufmacht und 15 Menschen und später, sich selbst tötet.

Gisela Mayer sitzt in einem der drei Gedenkräume der Schule. In den Zimmern, in denen durch den Amokläufer Menschen ums Leben kamen, findet kein Unterricht mehr statt.

Für Mayer änderte der Tag schlagartig ihr Leben. Mayer ist gerade einkaufen, als sie darauf angesprochen wird, dass es einen Amoklauf an der Schule ihrer 24-jährigen Tochter gebe, wo sie Referendarin sei.

Sie ist gelassen, geht davon aus, dass ein Schüler randaliert. Dann hört sie, dass an der Schule geschossen wird und fragt nach. Das Regierungspräsidium versicherte ihr, dass es Verletzte gebe, von Toten sei derzeit noch keine Rede gewesen.

Gemeinsam mit ihrer zweiten damals 14-jährigen Tochter geht sie zu einer Informationshalle und fragt, wo ihr Kind ist. "Ich hatte nicht im Ansatz die Idee, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte. Dann kam die Antwort: Oh, das sieht aber schlecht aus," berichtet die Frau mit den braunen Augen gefasst. Zunächst erreichten die Mutter diese Worte nicht und sie fragte immer wieder nach. Sie erinnert sich an den Moment, als ihre Tochter zu ihr sagte." Mama, kapierst du es eigentlich nicht, die wollen uns sagen, dass Nina tot ist."

Erst 36 Stunden später durfte Mayer zu ihrer Tochter. Sie lag bereits im Sarg. "Ich wollte mein Kind in den Arm nehmen, das war eine ganz instinktive Handlung einer Mutter". Heute appelliert sie, die Wünsche der Angehörigen ernst zu nehmen. "Man hat versucht mich in bester Absicht zu schützen, dennoch wurde ich sehr verletzt." Die Mutter wollte das Geschehene zunächst nicht akzeptieren. "Es hat sehr lange gedauert, bis ich begriffen habe, was 'tot' bedeutet."

Nach dem Amoklauf wird die Frage nach der Ursache laut. "Das war kein Erdbeben oder ein Tsunami gegen den man nichts tun kann." Es handele sich um die Tat einer Person.

Gisela Mayer sitzt in einem Gedenkraum in der Albertville-Realschule.
Gisela Mayer sitzt in einem Gedenkraum in der Albertville-Realschule.

Nach dem schrecklichen Vorfall haben sich Angehörige zu dem "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" zusammengeschlossen. Vorstandsvorsitzende ist Mayer. Seit fast zehn Jahren setzt sich das Bündnis ein:

Zunächst hatte das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden politische Forderungen. Inzwischen wird der private Waffenbesitz in Deutschland mit verdachtsunabhängigen unangemeldeten Kontrollen überprüft und Besitzer können ohne Erklärung Waffen abgeben. "Das war eine sehr sinnvolle und gute Regelung, denn mit genau so etwas kann Böses angerichtet werden", sagt die Frau, die einen Blazer und eine weiße Bluse trägt.

Sie haben das Beratungsnetzwerk Amokprävention mit initiiert: Die Universität Gießen bietet besorgten Menschen die Möglichkeit anzurufen, wenn sie Auffälligkeiten bei einem Menschen beobachten und sich nicht sicher sind, welche Gefahr von diesem ausgeht oder ob sie die Polizei einschalten sollen.

"Heute kann ich sagen: Mit dem Wissen von heute hätten wir im Fall von Winnenden vermutlich rechtzeitig bemerken können, was dieser junge Mann im Schilde führt und hätten wahrscheinlich einschreiten können", sagt Mayer. Wie geht man mit so einer Gewissheit um? "Es ist schade, dass wir uns nicht früher damit beschäftigt haben, aber auf der anderen Seite sage ich auch, gut, dass wir das Wissen heute haben. Es ist gut für alle die heute leben, die sind besser geschützt. Meiner Tochter kann man nicht mehr helfen."

Außerdem bietet die "Stiftung gegen Gewalt an Schulen", die aus dem Aktionsbündnis hervorgegangen ist, Programme zur gewaltfreien Konfliktlösung in Schulen an. "Diese Kurse sind ungeheuer gefragt", sagt Mayer, die inzwischen aus beruflichen und privaten Gründen in Hessen wohnt.

Der Vater des Amokläufers wurde zu einer Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, da er die Waffen nicht ordnungsgemäß verwahrt hatte. "Mir ging es darum, dass das Urteil einen Straftatbestand anerkennt, das heißt, es muss deutlich werden, dass hier jemand straffällig wurde, weil er nicht aufgepasst hat: Ein Weckruf an alle Waffenbesitzer und Eltern auf ihre Kinder zu schauen."

Die renovierte Albertville-Realschule im März 2019.
Die renovierte Albertville-Realschule im März 2019.

Mayer setzt sich auch mit Jugendlichen auseinander, die einen Amoklauf geplant oder vorbereitet haben.

Diesen erzählt sie ihre persönliche Geschichte. "Diesen jungen Männern, die bis auf eine Ausnahme alles Männer waren, wurde in der Begegnung mit mir klar, was das in der Realität bedeutet." Diese Zusammentreffen seien sehr wirkungsvoll gewesen.

Der Amoklauf ist nun zehn Jahre her. Wie geht es Mayer an diesem Gedenktag?

"Mir geht es nicht anders als an anderen Tagen, denn dieser Tag ist zwar besonders, weil natürlich wieder an den Tag vor zehn Jahren erinnert wird, aber es ist auch so, dass der Schmerz oder das was sich an meinem Leben verändert hat, das habe ich jeden Tag bei mir."

Es ist Teil ihres Lebens geworden. Der Jahrestag reiße bei Mayer keine Wunden auf, die vorher verheilt gewesen wären. Der Anteil, das Mitgefühl und die Gemeinschaft bieten Trost. "Es ist ein schmerzhafter, aber auch tröstlicher Tag."

Die Mutter hat dem Täter vergeben. Sie wollte verstehen, wer der Junge war. "In diesem Begreifen ist aus dem bedrohlichen Monster, das Menschen getötet hat, ein sehr kleiner, armseliger Junge geworden, der voller Hass war auf andere, weil er sie beneidet hat, um ihre Freude am Leben, um ihr Lebendigsein, weil er das alles selbst nicht haben konnte." Er habe sich in einer Not befunden und das habe ihn so grausam gemacht. "Damit ist die Wut aus mir gegangen."

Fotos: TAG24

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