Was ist da los? NATO mit riesigen Kriegsschiffen an der Ostsee!

Kiel - Großes Flottenaufgebot an der Ostsee: Die internationale Nato-Militärübung "Baltops" mit mehr als 8000 Soldaten zu Wasser, zu Land und in der Luft startet am Sonntag von Kiel aus.

Unzählige Nato-Schiffe liegen im Marinehafen von Kiel.
Unzählige Nato-Schiffe liegen im Marinehafen von Kiel.  © dpa/Carsten Rehder

Keine Nation könne die heutigen Sicherheitsprobleme alleine bewältigen, sagte der Kommandeur des Manövers, US-Vize-Admiral Andrew Lewis, am Freitag in Kiel. "Gemeinsam sind wir viel stärker."

Der deutsche Flottillenadmiral Christian Bock sagte, die Zielrichtung des Manövers habe sich in den vergangenen 47 Jahren immer wieder der jeweiligen politischen Situation angepasst.

"Baltops" sei eine Freundschaftsübung gewesen, um die Staaten im Ostseeraum nach dem Ende der Sowjetunion zusammenzuführen.

"Mit der Abkehr von der Kooperationsphase im Nato-Kontext - der Nato-Russland-Rat ist hier ein Beispiel - ist die Symbolik jetzt natürlich rein europäisch, natomäßig ausgerichtet. Natürlich reagieren wir mit dieser Übung auch auf die sicherheitspolitische Gesamtlage und die entsprechende Einflussnahme Russlands auf diesen sicherheitspolitischen Kontext."

Soll heißen: Die Nato-Übung ist auch eine Antwort auf das riesige Manöver "Wostok 2018", bei dem fast 300.000 russische Soldaten beteiligt waren.

Größtes Schiff ist ein spanischer Flugzeugträger

Leutnant Mary Walsh von der US Navy wartet in Kiel auf den Beginn der Nato-Übung.
Leutnant Mary Walsh von der US Navy wartet in Kiel auf den Beginn der Nato-Übung.  © dpa/Carsten Rehder

Bei dem bis zum 20 Juni laufenden Seemanöver "Baltops" kommen insgesamt 36 Luftfahrzeuge, 50 Kriegsschiffe und auch zwei U-Boote zum Einsatz.

Größtes Schiff ist der rund 238 Meter lange spanische Flugzeugträger "Juan Carlos I". Insgesamt 18 Nationen sind beteiligt.

Von deutscher Seite sind rund 600 Soldaten sowie sieben Schiffe und Boote dabei, darunter die Korvette "Erfurt", zwei Einsatzgruppenversorger und das U-Boot "U33".

Es ist das größte Aufgebot von Kriegsschiffen in einem deutschen Hafen seit Ende des Kalten Kriegs vor mehr als 30 Jahren.

Anfang der Woche trainieren die Soldaten vor der schleswig-holsteinischen Ostseeküste das Anlanden von Truppen. Auf dem Programm stehen auch die Luftverteidigung und die Minenabwehr.

Daran nimmt auch die zweite US-Flotte teil. Es ist den Angaben zufolge das erste Mal, dass diese in Europa operiert.

Weitere Fotos der Kriegsschiffe in Kiel

Auch die spanischen Fregatten "Juan de Borbón" (links) und "Cristóbal Colón" liegen in Kiel.
Auch die spanischen Fregatten "Juan de Borbón" (links) und "Cristóbal Colón" liegen in Kiel.  © dpa/Carsten Rehder

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder


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