Facebook-Video zeigt Angriff und Schüsse in Moscheen: Mindestens 49 Tote!

Christchurch - Bei einem bewaffneten Angriff auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch hat es mehrere Tote gegeben. Das bestätigte die Polizei am Freitag. Ein offensichtlich Rechtsextremer und Komplizen sorgten für das schlimmste Attentate des Landes in jüngerer Geschichte. Behörden sprechen von 49 Toten.

Rettungskräfte in Christchurch kümmern sich außerhalb der Masjid-Al-Noor-Moschee um eine Person.
Rettungskräfte in Christchurch kümmern sich außerhalb der Masjid-Al-Noor-Moschee um eine Person.  © Martin Hunter/SNPA/dpa

Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann mit schusssicherer Weste und darauf rechtsextremer Kennzeichen zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich Hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Die Lage war auch Stunden nach den ersten Schüssen noch unklar.

Polizeisprecher Mike Bush berichtete von einer Festnahme. Unklar blieb zunächst, ob es sich dabei um den mutmaßlichen Täter handelt. Medienberichte sprechen von mehreren beteiligten Komplizen.

Christchurch hat 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats.

Die ersten Schüsse fielen nach Augenzeugenberichten gegen 13.45 Uhr Ortszeit (01.45 Uhr MEZ). In der Moschee waren demnach mehr als 300 Gläubige. Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Mit seiner automatischen Waffe soll er immer wieder in die Menschenmenge geschossen haben. Auch auf Kinder schoss der Attentäter.

Der Schütze streamte sein Attentat als Video bei Facebook. Es zeigt die abscheuliche Tat. Auch, wie der Mann sogar noch auf herumliegende Körper schießt, um sicher zu gehen, dass sie tot sind. Mehrfach wechselt der Mann die Waffen, geht zwischenzeitlich sogar zurück zum Auto um neue Gewehre zu holen. Auf seiner Fahrt zu einer anderen Moschee schießt der Attentäter auch aus dem Auto heraus auf Menschen.

Blutige Verbandsmittel liegen auf dem Boden in der Nähe der Masjid-Al-Noor-Moschee.
Blutige Verbandsmittel liegen auf dem Boden in der Nähe der Masjid-Al-Noor-Moschee.  © Martin Hunter/SNPA/AAP/dpa

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. In einer kurzen Stellungnahme sprach die sozialdemokratische Politikerin von einem der "dunkelsten Tage" in der Geschichte ihres Landes. Für so etwas gebe es "keinen Platz in Neuseeland". Zugleich sprach sie den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. "Neuseeland ist deren Heimat. Sie hätten sich hier sicher fühlen sollen."

Die Lage war auch nach Stunden unklar. Polizeisprecher Bush sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer "sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen". Zugleich appellierte er an alle Muslime in Neuseeland, zuhause zu bleiben. "Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen."

Polizeisprecher Mike Bush bestätigte am Freitag, dass drei verdächtige Männer und eine Frau festgenommen worden seien. Zur aktuellen Lage sagte er: "Lassen Sie uns nicht so tun, als ob es keine Gefahr mehr gibt." Bush ließ offen, ob die Polizei die Angriffe als terroristische Tat einstuft.

Das Videostandbild aus einem von einem Attentäter selbst aufgenommenen und über das Internet verbreiteten Video, zeigt den Attentäter beim Betreten einer Moschee kurz bevor er das Feuer eröffnet.
Das Videostandbild aus einem von einem Attentäter selbst aufgenommenen und über das Internet verbreiteten Video, zeigt den Attentäter beim Betreten einer Moschee kurz bevor er das Feuer eröffnet.  © Tätervideo/dpa

Update 11.53 Uhr: Die neuseeländische Polizei arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Verbreitung eines Videos vom mutmaßlichen Terror-Angriff in Christchurch zu verhindern. Ermittler forderten die Öffentlichkeit am Freitag auf, Links zu dem Video nicht im Internet zu teilen.

TAG24 hat sich daher entschieden nur zwei Screenshots des Videos zu zeigen.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern unterstützte den Aufruf der Behörden. Diesem "Akt der Gewalt" dürfe kein Raum geboten werden. Das 17-minütige Video, wohl vom mutmaßlichen Attentäter selbst gefilmt, soll den Angriff auf die erste Moschee zeigen.

Facebook teilte mit, nach einem Hinweis der neuseeländischen Polizei das Profil des mutmaßlichen Attentäters sowohl auf Facebook als auch auf Instagram entfernt zu haben. Auch der Livestream sei entfernt worden.

Der neuseeländische Rechtsprofessor Alexander Gillespie von der Universität von Waikato warnte, die Verbreitung des Videos könne Nachahmungstäter anstiften.

Dieses Bild aus dem Video des mutmasslichen Schützen, das am 15. März 2019, gedreht wurde, zeigt ihn während der Fahrt in einem Auto.
Dieses Bild aus dem Video des mutmasslichen Schützen, das am 15. März 2019, gedreht wurde, zeigt ihn während der Fahrt in einem Auto.  © Tätervideo/AP/dpa

Update 9.58 Uhr: Mittlerweile werden immer mehr Details veröffentlicht. Neben den mindestens 49 Toten, teilten die Gesundheitsbehörden mit, 48 Menschen mit Schusswunden würden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt werden.

Chef-Ermittler Bush betonte, die Polizei habe im Vorfeld der Tat keine Fehler gemacht. Premierministerin Jacinda Ardern hatte zuvor gesagt, die Verdächtigen hätten auf keiner Gefährderliste gestanden.

Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigte, dass einer der Verdächtigen Australier ist.

Nach Augenzeugenberichten begann der Angriff gegen 13.45 Uhr (1.45 Uhr MEZ). Ein bewaffneter Mann drang in eine Moschee in der Innenstadt ein, wo sich zur Mittagsstunde mehr als 300 Menschen zum Freitagsgebet versammelt hatten, und schoss mit einer Schnellfeuerwaffe um sich. Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse.

Einer der überlebenden Gläubigen, Mohan Ibrahim, berichtete der Zeitung "New Zealand Herald" von einem "Schockmoment". "Dann haben alle Leute angefangen davonzulaufen." Ein anderer Zeuge, Ahmad Al-Mahmoud, sagte: "Es fielen mindestens 50 Schüsse, sehr schnell hintereinander. Können auch Hunderte gewesen sein." Nach der Tat sperrte die Polizei das Gelände um die Moschee weiträumig ab.

Update 09.32 Uhr: Wie die Polizei mitteilt, sind bei dem Angriff mindestens 49 Menschen getötet worden.

Update 7.44 Uhr: Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern teilte jetzt mit, dass mindestens 40 Menschen getötet wurden.

Update 7.34 Uhr: Doch mehr Tote als zunächst berichtet? Neuseeländische Medien berichten teilweise von über 30 Toten.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat den Angriff auf zwei Moscheen mit mehreren Toten in Neuseeland als Terrorakt eingestuft. "Es ist klar, dass dies nur als terroristische Attacke beschrieben werden kann", sagte sie am Freitag im Fernsehen.

Trauernde Menschen sitzen nach den Schüssen in der Masjid Al Noor-Moschee auf der Straße.
Trauernde Menschen sitzen nach den Schüssen in der Masjid Al Noor-Moschee auf der Straße.  © Martin Hunter/SNPA/dpa
Polizisten versuchen den Bereich nahe einer Moschee zu räumen.
Polizisten versuchen den Bereich nahe einer Moschee zu räumen.  © Mark Baker/AP/dpa
Ein Polizist und Rettungskräfte helfen einem Verwundeten außerhalb einer Moschee.
Ein Polizist und Rettungskräfte helfen einem Verwundeten außerhalb einer Moschee.  © Mark Baker/AP/dpa
Die Polizei vor einer Moschee im Zentrum von Christchurch, Neuseeland.
Die Polizei vor einer Moschee im Zentrum von Christchurch, Neuseeland.  © Mark Baker/AP/dpa

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