Rommel-Kaserne in Augustdorf: Weiter scharfe Kritik am Namen

Ursuly von der Leyen besuchte die Kaserne am "Tag der Bundeswehr".
Ursuly von der Leyen besuchte die Kaserne am "Tag der Bundeswehr".  © DPA

Paderborn - Der Bundeswehrstandort im nordrhein-westfälischen Augustdorf wird weiter auf den Namen des Generalfeldmarschall Rommel hören. Ein Paderborner Aktionsbündnis übt scharfe Kritik an der Entscheidung.

"Die Rommel-Kaserne ist so bewusst benannt worden an einem Jahrestag des Widerstands. Das zeigt, dass Rommel seine Rolle im Widerstand auch gehabt hat", hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Samstag beim "Tag der Bundeswehr" gesagt.

Das Bündnis aus Linkem Forum, Initiative gegen den Krieg, Linksfraktion/Offene Liste, Pax Christi, Attac Paderborn und dem Projekt "Eine Welt der Uni" ist damit nicht einverstanden, das berichtet die Neue Westfälische.

"Das ist eine nicht hinzunehmende Geschichtsklitterung und zeigt, dass sich die Bundeswehr von ihrer Wehrmachtsvergangenheit weiterhin nicht zu lösen imstande ist", meint Carsten Schmitt vom Bündnis. Von der Leyen rücke den Wehrmachtsgeneral in die Nähe zu den Hitler-Attentätern.

Generalfeldmarschall Erwin Rommel (1891-1944) hat sich im Zweiten Weltkrieg mit seinem Einsatz in Afrika einen Namen als "Wüstenfuchs" gemacht. Er wurde damit zu einem wichtigen Bestandteil der NS-Kriegspropaganda. Seine Rolle im militärischen Widerstand ist umstritten: Er sympathisierte mit der Bewegung, war aber nicht am Attentatsversuch auf Hitler beteiligt.

Von der Leyen hatte sich dafür ausgesprochen, Kasernen mit Namen von Wehrmachtsoffizieren gegebenenfalls umzubenennen, allerdings unter Einbindung von Kommunen, Vereinen und Entscheidungsträgern vor Ort.

Titelfoto: DPA


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