Schuldirektor hortet Jugendpornos, doch das ist noch nicht alles

Paderborn/Hagen – Der Direktor eines Gymnasiums in Hagen wurde aufgrund von Jugendpornografie verurteilt. Für die katholische Schule in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn bleibt jedoch ein bitterer Beigeschmack.

Auf diversen privaten Datenträgern wurden die Ermittler fündig. (Symbolbild)
Auf diversen privaten Datenträgern wurden die Ermittler fündig. (Symbolbild)  © 123RF

Bei Kontrollen im Darknet wurden die Behörden auf den Schulleiter aufmerksam. Bei einer Hausdurchsuchung im Dezember 2017 fanden sie auf privaten Datenträgern zahlreiche Bilder und Videos, die Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren beim Sex zeigten.

Acht Monate Bewährung und 10.000 Euro Strafe lautete daraufhin das Urteil des Amtsgerichts Menden für den ehemaligen Direktor der Hildegardis-Schule. Dieser akzeptierte den Strafbefehl, weshalb das Urteil rechtskräftig war.

Auch wenn der Direktor fristlos gekündigt wurde, hat die Schule mit dem Fall noch nicht ganz abgeschlossen. So fanden die Ermittler bei den Auswertungen der Datenträger neben jugendpornografischen Inhalten auch gesammelte Fotos von Schülerinnen der Schule, wie die Neue Westfälische mitteilte.

Da diese aus den sozialen Medien stammten, waren sie strafrechtlich nicht relevant. Das Erzbistum sah das jedoch anders: "Sein Verhalten hat der Schule einen schweren Imageschaden bereitet. Aus dienstrechtlicher Perspektive ist das Verhalten auf das Schärfste zu missbilligen."

Nachdem die katholische Schule die Eltern der Schülerinnen über den Fund der Fotos informierte, hieß es, die Bilder stammen gar nicht aus den sozialen Netzwerken, sondern seien heimlich in der Dusche aufgenommen worden.

Beweise gab es dafür jedoch nicht. Laut Oberstaatsanwalt Thomas Poggel sahen die Ermittler keinen Zusammenhang mit dem jugendpornografischen Material.


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