Sex-Nachrichten und Porno-Videos verschickt: Das ist kein gewöhnlicher Priester!

Białystok (Polen) - "Du wirst eine Schlampe sein, um meine Befehle und Launen zu erfüllen. Und es wird viele davon geben", schrieb Andrzej Dębski einer fremden Frau - und bei dieser einen Nachricht blieb es nicht. Dębski ist Priester in Polen. Nun wurde er von der Kirchenverwaltung in Białystok suspendiert.

Andrzej Dębski war unter anderem Sprecher der Kurie Białystok. Offenbar hatte der Priester seine Gefühle für eine Frau nicht im Griff.
Andrzej Dębski war unter anderem Sprecher der Kurie Białystok. Offenbar hatte der Priester seine Gefühle für eine Frau nicht im Griff.  © Screenshot Facebook/Ośrodek Monitorowania Zachowań Rasistowskich i Ksenofobicznych

In weiteren Nachrichten kündigte der Geistliche an: "Du wirst die erste Frau in der Geschichte sein, die im Büro der Metropole Białystok gefickt wird", "Du wirst ein privater Lappen sein", und einen Saunabesuch habe er abgelehnt mit der Begründung: "Ich spare den Samen".

Neben vulgären und obszönen Messages schickte er der Frau namens Ola auch Videos, mit denen er sie offenbar verführen wollte. In einem sei er masturbierend zu sehen gewesen, in einem weiteren sagte er: "Ich werde dich hart bumsen, sehr scharf".

Journalisten der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza seien nach eigenen Angaben im Besitz der Nachrichten. Laut der Zeitung leugnete der Priester nicht, Nachrichten gesendet zu haben. Jedoch konnte er nicht erklären, warum er das tat.

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"Ich weiß es nicht, ich habe keine Ahnung, was mit mir passiert ist, wie es passiert ist", erklärt er. Dębski sagte auch, dass sein Verhalten unangemessen war.

Allerdings informierte er seinen Vorgesetzten, Erzbischof Józef Guzdek, nicht über das Gespräch mit der Presse. Als der Bischof vom dem Fall erfuhr, reagierte auch die Kirche und veröffentlichte am Samstag eine Erklärung, in der sie mitteilte, dass Dębski "mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben in der Erzdiözese Białystok suspendiert wurde."

Gleichzeitig informierte das "Zentrum zur Überwachung von rassistischem und fremdenfeindlichem Verhalten" unter anderem bei Facebook, dass es in dieser Angelegenheit eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht habe.

Beteiligung an rechtsextremen Aktivitäten

Laut einem Bericht des polnischen Nachrichtenportals Polsat News war Andrzej Dębski (Jahrgang 1976) nicht nur Sprecher der Erzdiözese Białystok, sondern auch Leiter der Pressestelle. Er ist Doktor der Theologie und lehrte am Höheren Theologischen Seminar, war Kaplan des Sportvereins Jagiellonia Białystok und Moderator des katholischen Magazins "Pod Twoją obronę" (deutsch: Unter deinem Schutz) beim Fernsehsender TVP3 Białystok.

Zum Priester wurde er 2001 geweiht. Ob er auch an andere Frauen pornografische Inhalte schickte, wird nun ermittelt.

Laut dem "Zentrum zur Überwachung von rassistischem und fremdenfeindlichem Verhalten" beteiligte sich Dębski auch an Aktivitäten rechtsextremer und faschistischer Organisationen in Białystok.

Titelfoto: Screenshot Facebook/Ośrodek Monitorowania Zachowań Rasistowskich i Ksenofobicznych

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