Neuer Rekord: Irankrieg treibt Benzinpreise auf Höchststand
Von Benedikt von Imhoff, Christof Rührmair, Carsten Hoefer
München - Nach dem Wiederaufflammen des Irankriegs hat der Preis für Superbenzin der Sorte E10 einen Höchststand erreicht.
Der Preis für einen Liter stieg am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt auf 2,215 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekord von 2,203 Euro aus dem März 2022, wie der ADAC auf Anfrage am Donnerstag mitteilte.
Es handelt sich um einen nominellen Preisrekord. Inflationsbereinigt war Benzin in der Vergangenheit schon teurer als heute, so etwa im Jahr 2012.
Die USA hatten vor wenigen Tagen ihre Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen, der mit Gegenangriffen reagierte. Die neuerliche Eskalation hat die Rohölpreise wieder in die Höhe getrieben.
Auch das Niedrigwasser am Rhein machte sich zuletzt in den Preisen bemerkbar, da es die Transportkosten erhöhte. E10 ist die günstigste gängige Benzinsorte in Deutschland.
In der Regel ist sie 5 bis 6 Cent billiger als Super E5, das weniger Biosprit enthalten darf.
Kein neuer Tankrabatt in Sicht
Hohen Spritpreisen folgen häufig Rufe nach Entlastung der Autofahrer. Von Anfang Mai bis Ende Juni galt ein Tankrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter, der den Bund nach einer Schätzung des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro kostete.
Eine Neuauflage hat die Bundesregierung bislang abgelehnt. Die deutschen Staatsfinanzen sind wegen des schuldenfinanzierten Investitionspakets in den roten Zahlen.
Titelfoto: Marijan Murat/dpa
