Wird das 49-Euro-Ticket zum Kostenfresser? Ministerin geht auf die Barrikaden

Mainz - Die tatsächlichen Kosten für das 49-Euro-Ticket werden nach Einschätzung der rheinland-pfälzischen Mobilitätsministerin Katrin Eder (46, Grüne) über den bisher angenommenen drei Milliarden Euro liegen.

Rheinland-Pfalz-Mobilitätsministerin Katrin Eder (46, Grüne) zweifelt die bisherigen Hochrechnungen zum Deutschlandticket stark an.
Rheinland-Pfalz-Mobilitätsministerin Katrin Eder (46, Grüne) zweifelt die bisherigen Hochrechnungen zum Deutschlandticket stark an.  © Montage: DPA/Helmut Fricke, DPA/Jens Büttner

Aufgrund von Hochrechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) seien Kosten von insgesamt vier bis viereinhalb Milliarden zu erwarten, sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag in einem Interview mit SWR Aktuell.

Gründe seien Inflation und die sogenannten Markthochlaufeffekte, also Mehrkosten während der Einführungsphase. Zudem seien die Fahrgastzahlen bislang immer noch unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

Auf der Sonderkonferenz der Verkehrsminister werde sie sich für eine gemeinsame Lösung einsetzen, wie mit Mehrkosten umgegangen werden solle, sagte Eder.

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Eine Nachschusspflicht sei Grundvoraussetzung, damit die Kommunen der Einführung des sogenannten Deutschlandtickets zustimmen können. Allein für Rheinland-Pfalz seien potenzielle Mehrkosten von 20 bis 30 Millionen Euro zu erwarten.

Tatsächliche Kosten für das Deutschlandticket könnten die Vier-Milliarden-Marke knacken

"Wir müssen daher mit dem Bund klären, wie gemeinsam mit den Ländern eine mögliche finanzielle Lücke am Ende geschlossen wird - sonst schafft es das Deutschlandticket nicht auf die Schiene."

Titelfoto: Montage: DPA/Helmut Fricke, DPA/Jens Büttner

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