Mogelpackung des Monats: Geliebter Schokoriegel von Nestlé muss abspecken

Hamburg - Schokoladen-Freunde müssen nun stark sein. Die Verbraucherzentrale Hamburg kürte den Mogelpackungs-Sieger im Monat Mai. Es betrifft ausgerechnet den beliebten Schoko-Riegel KitKat!

Verbraucherfreundlich in der Krise reagieren funktioniert bei Nestlé leider nicht.
Verbraucherfreundlich in der Krise reagieren funktioniert bei Nestlé leider nicht.  © 123RF/DenisMichaliov

Schon zum zweiten Mal in Folge ist ein kakaohaltiges Lebensmittel die Mogelpackung des Monats. Während im April noch der Osterhase von Milka Platz eins ergatterte (TAG24 berichtete), betrifft es nun Hersteller Nestlé.

Still und heimlich hat der einfach einen Riegel aus der Packung KitKat Chunky stibitzt. Der Preis ist dabei allerdings stabil geblieben.

Das bedeutet: Vier Riegel statt fünf, 160 Gramm statt 200 Gramm, und noch immer kostet die Packung 1,99 Euro! Unterm Strich macht das eine saftige Preiserhöhung von 25 Prozent.

Die Ausrede von Nestlé ist nicht unbedingt überzeugend: Auf Nachfrage der Verbraucherzentrale gab der Hersteller an, dass auch andere KitKat-Sorten mit vier statt fünf Riegeln verkauft werden. Kurzerhand wurde das eben auch bei den Riegeln Chunky Classic und Chunky White umgesetzt.

Während das Fan-Herz schon bei diesen Nachrichten zusammenschmilzt, kommt es nun doppelt dicke.

Denn: Nestlé ist eiskalter Wiederholungstäter! Im Jahr 2011 wog ein Riegel 50 Gramm. Heute sind es doch tatsächlich nur noch 40 Gramm! Vor neun Jahren konnte man also 20 Prozent mehr der sagenhaften Kombination von zartschmelzender Schokolade und knackiger Waffel genießen.

Schlimmer geht immer? Leider ja...

Die Corona-Krise trieb Menschen zur Schokolade und die Hersteller zu Preiserhöhungen.
Die Corona-Krise trieb Menschen zur Schokolade und die Hersteller zu Preiserhöhungen.  © Oliver Berg/dpa

Nestlé ist nicht der einzige Hersteller, der den Verbraucher mal eben tiefer in die Tasche greifen lässt. Wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtete, wurden seit Beginn des Jahres mehr als 30 Mogelpackungen in die Liste der verdeckten und gemeinen Preiserhöhungen aufgenommen.

Auch wenn es Nestlé auf Platz eins im Mai schaffte, nachfolgend ein kleiner Überblick der besonders schwerwiegenden Verbrechen:

  • Die Marmelade "Aachner Pflümli" von Zentis gab es vor kurzem noch für 1,99 Euro in der 450 Gramm-Packung. Jetzt kostet sie zwar nur noch 1,29 Euro, hat aber auf 195 Gramm abgespeckt. Das sind fast 50 Prozent Preiserhöhung.
  • Schokoriegel-Hersteller Mars hat ebenfalls keine Vorbildfunktion. Die Riegel Mars und Twix verloren 50 Gramm Gewicht pro Packung, Preis blieb gleich. Versteckte Preiserhöhung: 20 Prozent.
  • Lidls produkteigene Suppenmarke Kania macht sich auch keine Freunde mehr. Statt vier Teller gibt es nun nur noch drei pro Suppenbeutel. Das Design der Tüte ist neu, die Erhöhung liegt aber bei über 30 Prozent. Besser schmeckt es dadurch sicherlich nicht.

Damit ist die Mogelpackung-Liste aber erst Recht nicht zu Ende. Weitere Hersteller wie Ben&Jerry's oder Henkel mischen ebenfalls munter mit. Ausgerechnet während der Corona-Krise, wo die Menschen sowieso nicht unbedingt in Geld schwimmen, grenzt dieses Verhalten ein wenig an eine Frechheit.

Wer im kommenden Monat der meisterhafte Trickser bei seiner Verpackung ist, bleibt abzuwarten. Bis dahin könnt ihr die Verbraucherzentrale unterstützen und diesen eure Fundstücke an Mogeleien senden.

Titelfoto: 123RF/DenisMichaliov

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