Von Sebastian Kunigkeit-Will, Sascha Meyer
Berlin - Nach Beginn des neuen Iran-Kriegs gibt es Sorgen, dass die Eskalation auch Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland hat.
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnte vor der Gefahr von Anschlägen: "Nach dem Angriff der USA und Israel auf den Iran müssen wir von einer gesteigerten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland ausgehen", sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Insbesondere nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ali Chamenei sei damit zu rechnen, dass der Iran seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen nutze.
"Den Mechanismus zwischen erhöhten Spannungen im Nahen Osten und verstärkten Angriffen auf jüdisches Leben in Europa haben wir in der Vergangenheit immer wieder gesehen", sagte er.
Der Vorsitzende des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste, Marc Henrichmann, mahnte zur Wachsamkeit. "Vergeltungsmaßnahmen, auch durch iranische Schläferzellen in Europa", seien nicht auszuschließen, sagte der CDU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung".
"Das iranische Regime hat in der Vergangenheit wiederholt gezeigt, dass es seinen Terror auch außerhalb der eigenen Grenzen austrägt."
Schutz jüdischer Einrichtungen sei Aufgabe der Länder
Gerade israelische, jüdische und auch amerikanische Einrichtungen stünden seit Jahren im besonderen Fokus solcher Bedrohungen. Für Panik gebe es wegen der bestehenden Schutzmaßnahmen aber keinen Grund.
Das Bundesinnenministerium erklärte auf Anfrage bereits am Samstag: "Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern bewerten die Gefährdungslage aufgrund der aktuellen Entwicklungen fortlaufend, sind hoch wachsam und passen entsprechende Schutzmaßnahmen im Bedarfsfall an." Der Schutz jüdischer Einrichtungen sei grundsätzlich Aufgabe der Länder, erläuterte ein Sprecher.