Von Katrin Luxenburger, Christopher Hirsch
Berlin - Der Verkäufer, der Staatsminister Philipp Amthor (33, CDU) seinen Strandkorb ins Kanzleramt geliefert hat, findet die Diskussion um das maritime Möbelstück "völlig übertrieben".
Die Fakten seien bislang zu kurz gekommen, sagte Dirk Mund, freiberuflicher Vertriebler, der Deutschen Presse-Agentur. "Philipp war es wichtig, dass es ein ganz einfaches Modell ist - ein Stück Heimat, so wie er am Strand steht."
Dementsprechend habe er "wirklich das Einfachste und Schlichteste gekriegt". Das Modell heiße "Original Heringsdorfer". Auf der Hersteller-Website wird das Modell mit einem Kaufpreis von rund 1600 Euro geführt - zuzüglich Versandkosten. Amthor habe den Korb selbst bezahlt, sagte Mund.
Von dem Hersteller stammte auch der sechs Meter lange Riesenstrandkorb für den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Auf ihm hatten die Mächtigen der Welt zusammen mit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (72) Platz genommen. "Korbwerk ist ja die älteste Strandkorbmanufaktur Deutschlands und auch der Welt", erklärt Mund.
In der zweiten Staffel der Doku-Serie "Inside CDU" des ZDF ist Mund bei der Anlieferung zusammen mit Amthor im Bundeskanzleramt zu sehen. Die Szene hatte teils Spott und kritische Reaktionen in den sozialen Netzwerken ausgelöst. Unter anderem wurde Amthor Überheblichkeit vorgeworfen.
Philipp hat keinen Sonderpreis gekriegt
Amthor kenne die Strandkorbmanufaktur und habe sie auch besucht, als sie sich noch in Heringsdorf befand, sagte Mund. Den Strandkorb habe er telefonisch geordert.
Er sei ursprünglich noch für das Digitalministerium in Berlin gedacht gewesen. Dort war Amthor Staatssekretär. Nach der Ernennung Amthors zum Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt sei der Korb dann dorthin geliefert worden. "Philipp hat auch keinen Sonderpreis gekriegt", betonte Mund, der selbst CDU-Mitglied ist.
Der Strandkorb soll unterdessen zurück nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht werden.
Amthor nehme die an ihn gerichtete Kritik sehr ernst und habe deshalb entschieden, den Strandkorb abtransportieren zu lassen, sagte ein Regierungssprecher in der Bundespressekonferenz.