Genervt von Fragen: AfD-Mann steht auf und geht

Berlin - Podcast-Besuche sind im Wahlkampf keine Seltenheit. AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider (48) war am Mittwochabend bei Funke-Chefredakteurin Melanie Amman (49) zu Gast. Das Gespräch bei "Amman unframed" war für den AfD-Abgeordneten kein Zuckerschlecken. Demotiviert vom Verlauf der Unterhaltung stand der Politiker auf und ging.

Hans-Thomas Tillschneider (48) ist gelernter Islamwissenschaftler und könnte ein Ministeramt in Sachsen-Anhalt übernehmen, wenn die AfD die Wahl gewinnt.  © Ronny Hartmann/dpa

"Deshalb will ich das jetzt beenden. [...] Das war's jetzt", waren die Abschiedsworte Tillschneiders, mit denen er sich nach etwas mehr als 48 Minuten Podcast-Gespräch verabschiedete.

Die erste Viertelstunde verlief der Talk mit dem AfD-Mann noch in recht ruhigen Bahnen, dann hakte die ehemalige stellvertretende "Spiegel"-Chefredakteurin bei Tillschneider mehrfach kritisch nach.

Es ging um die AfD-Mitglieder Patrick Harr und Laurens Nothdurft und deren HDJ-Vergangenheit (Heimattreue Deutsche Jugend).

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Der Politiker räumte zwar ein, dass diese bei der Organisation waren, fand aber auch, dass dies bereits Jahre her sei und er nicht über "alte Kamellen" reden wolle.

"Was lässt Sie glauben, dass sie nicht mehr so ticken?", fragte Amman nach.

"Seitdem ich in der AfD bin, ist mir niemand begegnet, der sich rechtsextrem geäußert hätte", entgegnete der 48-Jährige. Der gelernte Islamwissenschaftler behauptete auch, kein Problem mit Ausländern zu haben, konnte jedoch auf die von der Journalistin gestellten Fragen selten befriedigende Antworten liefern, sodass die Reporterin und er sich immer wieder gegenseitig unterbrachen.

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Podcast-Besuch von Hans-Thomas Tillschneider bei Melanie Amman dauert nur 48 Minuten

Melanie Amman (49) ist Funke-Chefin, war stellvertretende "Spiegel"-Chefredakteurin und hatte den AfD-Politiker in ihrem Podcast "Amman Unframed" zu Gast.  © Britta Pedersen/dpa

"Sie arbeiten mit Prüfungsfragen und tun so, als wäre ich ein wandelndes Lexikon", zeigte sich der AfD-Abgeordnete entnervt und empfand den Austausch als "destruktiv und suggestiv und in höchstem Maße unfair".

Er hätte gedacht, dass er in die Sendung eingeladen worden sei, um über sein Buch zu sprechen, sollte sich stattdessen mehrfach zu Parteikollege Björn Höcke (54) äußern.

Amman äußerte Rückfragen zum Parteiprogramm und den nach der Wahl geplanten Maßnahmen, doch Tillschneider wich aus, behauptete, nicht alles aus dem Kopf beantworten zu können.

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Das Gespräch eskalierte, als es um die "Sächsischen Separatisten" und den Ex-AfD-Kreisabgeordneten Kurt H. ging. Hans-Thomas Tillschneider fand, dass dieser Fall Fragen aufwerfe.

"Denken Sie, dass wir in einem Staat leben, wo die Polizei so handelt?", war die letzte Frage, die Amman stellen durfte.

Der AfD-Mann redete sich kurz in Rage, erhob sich und verließ den Raum. Gespräch beendet.

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