Fürstenwalde - Am Samstag soll der YouTuber Hannes Kreschel (23) bei einer AfD-Veranstaltung angegriffen worden sein, danach bekam ausgerechnet er einen Platzverweis. Kreschel kritisiert in einem Video die Arbeit der Polizei Brandenburg als "unterirdischen“. Jetzt reagiert die Polizei.
Kreschel berichtet, dass er während der Protestveranstaltung angegriffen worden sei. Während er auf dem Gelände Besucher ansprach und sie zu ihrer Teilnahme befragen wollte, soll ein Mann plötzlich auf den YouTuber losgegangen sein. Auf dem von Kreschel veröffentlichten Video ist zu sehen, wie zwei weitere Männer den Angreifer zu Boden bringen.
Später wurde der Mann von der Polizei festgenommen. Nachdem Kreschel Anzeige wegen Körperverletzung erstattet hatte, sei allerdings er selbst vom Gelände verwiesen worden. Auch gegen eine Frau stellte der YouTuber Anzeige – wegen Beleidigung.
Was Kreschel besonders auf die Palme bringt: Der Mann, der ihn angegriffen haben soll, durfte nach seiner Darstellung anschließend wieder zurück auf die Veranstaltung.
Er kritisiert, dass die Beamten ihn und seine Begleiter nicht begleiteten, sondern stattdessen vom Gelände schickten. "Da frage ich mich wirklich, liebe Polizei Brandenburg, wie kann das sein?", sagt Kreschel im Video.
Polizei nimmt Kritik ernst
Die Polizei bestätigt laut dpa, dass gegen den mutmaßlichen Angreifer kein Platzverweis ausgesprochen wurde. Der YouTuber habe den Platz dagegen zu seinem Schutz und zur Verhinderung weiterer Straftaten nicht mehr betreten dürfen. Beim anderen Mann sei kein weiteres "konfrontatives Potenzial" erwartet worden.
Auslöser des Streits soll gewesen sein, dass Kreschel den Besucher gegen dessen Willen detailliert filmte. Der Mann habe ihn aufgefordert, damit aufzuhören.
Danach soll es zu Beleidigungen und schließlich zu einem körperlichen Angriff gekommen sein. Gegen die 38-jährige Frau, die den YouTuber beleidigt haben soll, wird wegen einer Beleidigung mit Bezug auf die Verbrechen der Nationalsozialisten ermittelt.
Die Polizei will die Kritik nicht einfach stehen lassen. "Wenn Kritik an der polizeilichen Arbeit geäußert wird, wird das zu einer internen Prüfung führen", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost. Auch das von Kreschel veröffentlichte Video soll im Rahmen der Ermittlungen geprüft werden.