Magdeburg - Wer regiert Sachsen-Anhalt in den kommenden Jahren? In Umfragen führt die AfD mit deutlichem Vorsprung vor CDU und der Linken, während die anderen Parteien versuchen müssen, über die Fünf-Prozent-Hürde zu springen. Linken-Politikerin Eva von Angern (49) appelliert an die Wähler.
"Es gibt eigentlich nur drei sicher im Landtag vertretene Parteien, Stand heute", sagte die Spitzenkandidatin im Gespräch mit TAG24.
Dass die Alternative für Deutschland momentan mit enorm hohen Stimmanteilen rechnen könne, findet von Angern "erschreckend".
Falls die Menschen aus Protest gegenüber Friedrich Merz (70, CDU) die AfD wählen, werde das Merz kaum interessieren, da ihm Ostdeutschland und Sachsen-Anhalt nach von Angerns Ansicht "schnuppe" seien.
"Das beweist er jeden Tag mit all den Entscheidungen, die er trifft", begründet die Politikerin ihre Aussage.
"Alle, die aus Protest wählen, die kann ich nur aufrufen: Bitte denkt darüber nach. Lest die Wahlprogramme, guckt Euch an, was die jeweiligen Parteien wirklich durchsetzen wollen. Wenn eine Partei mehr als 50 Prozent hat, braucht sie keine andere Partei, um das durchzusetzen. Dann gibt es auch kein Korrektiv, was vielleicht das ein oder andere verbessert oder mildert", so von Angern weiter.
Eva von Angern rechnet damit, dass AfD-Regierung in Sachsen wirtschaftlichen Schaden anrichten kann
Im Falle einer AfD-Mehrheit könne man schon jetzt lesen, was dann passieren werde.
Kinder mit Behinderung würden ausgegrenzt und Behindertenparkplätze abgebaut werden. "Menschen mit Migrationshintergrund soll das Leben hier richtig erschwert werden, damit sie sich in Sachsen-Anhalt nicht wohlfühlen und unser Land verlassen."
Auch eine Expertenmeinung führt die Politikerin ins Feld: "Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat nachgewiesen, wie viel wirtschaftlichen Schaden eine AfD-Regierung für Sachsen-Anhalt bedeuten würde."
Dennoch habe die Politikerin auch Verständnis für die Protestwähler.
"Es gibt ja Menschen, die aus Frust, aus Protest, aus Verzweiflung meinen, AfD wählen zu müssen. Das sind die, mit denen ich über die Inhalte rede, die die AfD vertritt. Was dann passiert, ist im Regelfall, dass diese merken, dass sich ihre ganz konkrete Lebenssituation ihrer Familie, ihrer Nachbarn, ihrer Kollegen dadurch nicht verbessern wird."
"Nahbarkeit, die halte ich wirklich für wichtig, und es sind Gespräche, Gespräche, Gespräche. Solange wir noch miteinander reden, ist die Demokratie nicht verloren", stellt Eva von Angern klar, obwohl sie lieber "nur über unsere eigenen Themen reden würde".