Von Michel Winde, Marc-Oliver von Riegen
Berlin - Der Berliner SPD-Landesvorsitzende Steffen Krach (47) kritisiert nach dem Rücktritt von Parteichefin Bärbel Bas (58, SPD) das Verhalten der Union.
"Bärbel Bas verdient unseren aufrichtigen Respekt und Dank, und ich wünsche ihr jetzt vor allem viel Kraft", sagte Krach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
"Es macht mich bestürzt und traurig, dass sie in dieser persönlich schwierigen Zeit vom Koalitionspartner derart angegriffen wurde."
Bas hatte am Morgen ihren sofortigen Rücktritt als Arbeitsministerin und SPD-Chefin angekündigt. Sie begründete dies einerseits mit dem Tod ihrer Stieftochter, andererseits mit öffentlichen Angriffen auf sich, auch aus den Reihen des Koalitionspartners, der Union.
Politiker aus CDU und CSU hatten Bas vorgeworfen, Reformen zu verschleppen und zu blockieren.
Krach betonte: "Bei allen politischen Unterschieden dürfen wir nie vergessen, dass hinter jedem politischen Amt ein Mensch steht. Und darauf sollten wir im Umgang miteinander immer achten."
Woidke: Dank und Mitgefühl nach Rücktritt von SPD-Chefin Bas
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (64, SPD) hat sich geäußert. "Große Dankbarkeit und tiefes Mitgefühl: Diese beiden Gefühle überwiegen für mich heute mit Blick auf den Rücktritt von Bärbel Bas", teilte der SPD-Landesvorsitzende mit.
Woidke würdigte Bas als "entschlossene Kämpferin für gute Arbeit, ordentliche Löhne und einen verlässlichen Sozialstaat". "Geradlinig und klar in der Haltung mit großer Leidenschaft für die Sozialdemokratie – so kennen wir sie", sagte Woidke.
"Umso größeren Respekt habe ich vor ihrer Entscheidung. Wir können nur vermuten, wie schwer die letzten Wochen für Bärbel Bas persönlich waren."