Zahlreiche Demonstranten behindern Journalisten bei Habecks Besuch in Thüringen

Seligenthal - Bei einem Besuch von Wirtschaftsminister Robert Habeck (54, Grüne) im Südwesten Thüringens ist es zu Bauernprotesten gekommen.

Der Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (54, Grüne, r.) in Thüringen war von Protesten begleitet.
Der Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (54, Grüne, r.) in Thüringen war von Protesten begleitet.  © Martin Schutt/dpa

Rund 150 Demonstranten versperrten am Donnerstag mit Traktoren einen Zugangsweg zu einem Werk des Nougatherstellers Viba in der Ortschaft Floh-Seligenthal. Auf Plakaten war zu lesen: "Zu viel ist viel" oder "Ampel ruiniert Landwirtschaft". Der Grünen-Politiker war bereits im Werk.

Weitere 50 Demonstranten behinderten Reporter, die Habeck auf einer Ländertour begleiteten, am Zugang zu dem Werk. Vereinzelt riefen sie "Lügenpresse".

Der Deutsche Journalisten-Verband Thüringen schrieb dazu auf dem Netzwerk X (früher Twitter): "Wer Berichterstattung über Agrarpolitik will, der darf Presse nicht einschüchtern. Nur mit Pressefreiheit gelingt ein Umdenken."

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Der Grünen-Politiker erklärte nach dem Werksbesuch: "Das ist jetzt, glaube ich, der normale Zustand, dass Bundesminister mit Protest empfangen werden. Ich kenne das seit einem Jahr, würde ich sagen." Neu sei vielleicht, dass Veranstaltungen nicht durchgeführt werden könnten.

Habeck verwies darauf, dass die Grünen am Mittwoch ihre Veranstaltung zum politischen Aschermittwoch in Biberach (Baden-Württemberg) aus Sicherheitsgründen abgesagt hatten. Vorausgegangen waren Proteste und Blockaden unter anderem von Landwirten.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck spricht von "gefährlicher Entwicklung"

Trotz Protesten verlief der Habecks Besuch in Thüringen weitgehend störungsfrei.
Trotz Protesten verlief der Habecks Besuch in Thüringen weitgehend störungsfrei.  © Martin Schutt/dpa

Das sei keine gute Entwicklung, betonte Habeck. Protest für das eigene Anliegen gehöre zur Demokratie. "Es ist das gute Recht von jedem." Und es sei die Pflicht jeder Politikerin und jedes Politikers, das auszuhalten.

"Der Druck, die Unzufriedenheit ist da. Aber Protest muss ja irgendwohin führen und meiner Ansicht nach als allererstes, bevor man vielleicht seinen Willen kriegt, zu einem Gespräch."

"Wenn aber Lesungen, Diskussionsforen oder politische Veranstaltungen nicht mehr durchgeführt werden können und das der Sinn des Protestes ist, dann verhindert er ja das Gespräch", sagte der Minister. Das sei eine gefährliche Entwicklung, die nicht dazu führe, dass Deutschland lösungsorientierter werde.

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Titelfoto: Martin Schutt/dpa

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