Berlin-Wahl live: Erste Spitzenkandidaten geben ihre Stimme ab, Beteiligung höher als 2023

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Berlin - Berlin wählt - und es wird spannend wie nie: Mit Die Linke, CDU, AfD und Grünen liegen gleich vier Parteien in den Umfragen nah beieinander. Wer hat die Nase vorn?

Die Spitzenkandidaten eng beieinander: Werner Graf (46, Grüne, v.l.), Steffen Krach (47, SPD), Elif Eralp (45, Linke) und Stefan Evers (46, CDU).
Die Spitzenkandidaten eng beieinander: Werner Graf (46, Grüne, v.l.), Steffen Krach (47, SPD), Elif Eralp (45, Linke) und Stefan Evers (46, CDU).  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Es deutet sich ein echter Wahlkrimi an. Die letzten Umfragen zeigen: Es wird eng!

Um die Spitze streiten sich momentan - je nach Meinungsforschungsinstitut - die Linken (19-23 Prozent) und die Christdemokraten (20-21). Die AfD (17-18) liegt dahinter vor den Grünen (15-18).

Klar ist ungeachtet des Kopf-an-Kopf-Rennens auf jeden Fall: Einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin bekommt Berlin definitiv.

Wahlbenachrichtigung verlegt: So könnt Ihr trotzdem Eure Stimme abgeben
Berlin-Wahl 2026 Wahlbenachrichtigung verlegt: So könnt Ihr trotzdem Eure Stimme abgeben

Weil Kai Wegner (53, CDU) während des Stromausfalls Anfang des Jahres mehrmals falsche Angaben gemacht hat, endet seine Amtszeit.

In unserem Liveticker zur Berlin-Wahl findet Ihr alle wichtigen Informationen im Überblick.

20. September, 17 Uhr: Max Kruse: "Sei schlau und wähl nicht blau"

Die Tasche ist gepackt, Max Kruse (38) ist bereit, doch vorher steht für den Ex-Bundesliga-Star noch ein wichtiger Termin an: der Gang zum Wahllokal. Wen Kruse wählen wird, verrät er nicht, dafür aber welche Partei er nicht wählen wird - ohne die AfD beim Namen zu nennen.

"Nie war es so wichtig wie bisher, denn wir wollen natürlich mit aller Macht verhindern, dass die Idioten an die Macht kommen", so Kruse in seiner Instagram-Story. "Also, sei schlau und wähl nicht blau. So einfach ist das heutzutage."

Max Kruse (38) hat sein Kreuz schon gesetzt.
Max Kruse (38) hat sein Kreuz schon gesetzt.  © Screenshot Instagram/Max Kruse

20. September, 16.27 Uhr: Polizei zieht erste Bilanz

Bis 18 Uhr kann noch gewählt werden. Die Polizei zieht bereits eine erste positive Bilanz. "Wir sind mit dem Einsatzverlauf sehr zufrieden", erklärte Polizeisprecher Jörn Iffländer in einem Beitrag auf der Plattform X. Allerdings gingen bei der Polizei mehrere Hinweise ein, dass Wahlplakate zu nah im Umfeld von Wahllokalen zu finden seien. Derartige Fälle sollen direkt in den Wahllokalen gemeldet werden.

"Wir stehen in sehr engem Austausch mit den Wahllokalen", so Iffländer. Nach Polizeiangaben wurden bereits mehrere Plakate durch die Polizei entfernt. 

Nach dem Landeswahlgesetz sind beispielsweise in einem Radius von 30 Metern keine größeren Kundgebungen vor Wahllokalen zugelassen. Nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler wurden an manchen Wahllokalen zudem Graffitis oder Schmierereien entdeckt, bei denen es um Aufrufe gegen die AfD ging. Diese seien nach Möglichkeit entfernt worden. 

20. September, 14.47 Uhr: Beteiligung bisher höher als 2023

Bei der Abgeordnetenhauswahl zeichnet sich zur Mittagszeit eine höhere Beteiligung als bei der Wahl 2023 ab.

Bis 12 Uhr hatten bereits 27,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte die Landeswahlleitung mit. Bei der vorherigen Wahl waren es zum gleichen Zeitpunkt 23,4 Prozent.

Damit liegt die Beteiligung aktuell 4,5 Prozentpunkte über dem Wert von 2023. In die Statistik fließen auch die ausgestellten Wahlscheine ein. Rund ein Drittel davon entfällt laut Landeswahlleiter Stephan Bröchler auf Briefwahlunterlagen.

In den 2542 Wahllokalen blieb es bis zum Mittag weitgehend ruhig. Die höchste Beteiligung wurde bislang mit 30,5 Prozent aus Treptow-Köpenick gemeldet. Schlusslicht war Mitte mit 24,8 Prozent.

20. September, 14.14 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers gibt seine Stimme ab und wird beschimpft

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) hat seine Stimme für die Abgeordnetenhauswahl abgegeben. Der 46-Jährige zeigte sich dabei gut gelaunt und "ausgesprochen gelöst und entspannt", wie er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur berichtet.

Auf dem Weg zu seinem Wahllokal in Friedrichshain-Kreuzberg soll Evers von einem Mann beschimpft und wegen eines selbstverwalteten Jugendzentrums kritisiert worden sein, berichtet die "Berliner Morgenpost". Evers reagierte gelassen und sagte: "Wer in Berlins Politik nicht sturmfest ist, darf nicht in die Politik gehen."

Stefan Evers (46, CDU), Berliner Senator für Finanzen und Kultur sowie CDU-Spitzenkandidat, gibt im Wahllokal in der Emanuel-Lasker-Schule in Berlin-Friedrichshain seinen Stimmzettel ab.
Stefan Evers (46, CDU), Berliner Senator für Finanzen und Kultur sowie CDU-Spitzenkandidat, gibt im Wahllokal in der Emanuel-Lasker-Schule in Berlin-Friedrichshain seinen Stimmzettel ab.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

20. September, 13.52 Uhr: AfD-Spitzenkandidatin wirft Stimmzettel in die Urne

Dr. Kristin Brinker hat ebenfalls ihre Stimme bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl abgegeben.

Die 54-Jährige erschien gut gelaunt in einem Wahllokal in Steglitz und warf ihren Stimmzettel lächelnd in die Wahlurne.

Brinker tritt bei der Wahl erneut als Spitzenkandidatin ihrer Partei an. Sie ist seit 2013 Mitglied der AfD und sitzt seit 2016 im Berliner Abgeordnetenhaus.

Dr. Kristin Brinker gab sichtlich gut gelaunt in einem Wahllokal in Steglitz ihre Stimme ab.
Dr. Kristin Brinker gab sichtlich gut gelaunt in einem Wahllokal in Steglitz ihre Stimme ab.  © Britta Pedersen/dpa

20. September, 13.36 Uhr: Berlins regierender Bürgermeister gibt seine Stimme ab

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat bei der Abgeordnetenhauswahl seine Stimme abgegeben und dabei auf eine hohe Wahlbeteiligung gehofft.

Viele Menschen würden von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, sagte der CDU-Politiker nach seiner Stimmabgabe in einem Wahllokal der Grundschule Ritterfeld gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Wegner erklärte, er sei angespannt, aber zuversichtlich. Er hoffe auf stabile Verhältnisse und eine Regierungskoalition, die den eingeschlagenen Kurs fortsetzen könne.

Der 54-Jährige kam gemeinsam mit seiner Partnerin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (43, CDU), zum Wahllokal.

Wegner selbst tritt bei der Wahl nicht erneut als CDU-Spitzenkandidat an. Stattdessen führt Finanz- und Kultursenator Stefan Evers (46) die Berliner CDU in den Wahlkampf.

Gemeinsam mit seiner Partnerin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (43, CDU), machte sich Kai Wegner (54, CDU) auf den Weg zum Wahllokal.
Gemeinsam mit seiner Partnerin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (43, CDU), machte sich Kai Wegner (54, CDU) auf den Weg zum Wahllokal.  © Katharina Kausche/dpa

20. September, 12.05 Uhr: Wahllokal beschädigt und Schlösser zugeklebt

Unbekannte haben in der Nacht ein Wahllokal in einer Sporthalle an der Monumentenstraße in Schöneberg beschädigt.

Die Eingangstür wurde mit dem durchgestrichenen Wort "Wahl" beschmiert, die Schlösser mit Sekundenkleber verklebt. Zudem stand an einer Wand "Widerstand", wie Landeswahlleiter Stephan Bröchler dem "Tagesspiegel" sagte. Die Polizei war vor Ort, ein Schlüsseldienst musste die Schlösser aufbohren.

20. September, 11.30 Uhr: SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach geht gemeinsam mit Ehefrau Kim wählen

Der Landesvorsitzende der Berliner SPD gab seine Stimme am Morgen gemeinsam mit Ehefrau in der Werbellinsee-Grundschule in Tempelhof-Schöneberg ab. 

Umfragen prognostizieren für den heutigen Wahltag in Berlin schwere Verluste für die SPD. In aktuellen Prognosen zum Wahlergebnis kommt sie nur noch auf zwölf Prozent. 

Steffen Krach (47) mit Ehefrau Kim Krach nach der Stimmabgabe.
Steffen Krach (47) mit Ehefrau Kim Krach nach der Stimmabgabe.  © Christoph Soeder/dpa

20. September, 11.30 Uhr: Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf gibt seine Stimme ab

In Berlin geben die ersten Spitzenkandidaten ihre Stimme bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus ab. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf (45) warf seinen Stimmzettel kurz nach 9 Uhr in einem Wahllokal in Tempelhof-Schöneberg in die Urne.

Nach aktuellen Umfragen liegen die Grünen hinter Linken, CDU und AfD auf dem vierten Platz. Dahinter folgt die SPD. Auf Grundlage dieser Umfragewerte wären nur noch Dreierbündnisse möglich – an denen die Grünen jeweils beteiligt wären.

Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf (45) hat in Berlin Tempelhof-Schöneberg gewählt.
Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf (45) hat in Berlin Tempelhof-Schöneberg gewählt.  © Annette Riedl/dpa

20. September, 10.18 Uhr: Rund 1100 Polizisten im Einsatz

Rund 1100 zusätzliche Polizisten sind am Wahltag in Berlin unterwegs. Sie sollen dafür sorgen, dass die Wahl in den mehr als 2500 Wahllokalen reibungslos abläuft.

Neben den Wahllokalen werden auch das Abgeordnetenhaus und Regierungsgebäude geschützt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Umfeld der Wahllokale: Dort achten die Beamten darauf, dass niemand unzulässig Einfluss auf Wähler nimmt. So sind größere Kundgebungen innerhalb eines Radius von 30 Metern nicht erlaubt.

Auch mögliche Störaktionen sollen verhindert werden. Konkrete Hinweise auf geplante Behinderungen der Wahl gibt es laut Polizei bislang nicht. Die Einsatzkräfte stehen während des Wahltags zudem in engem Kontakt mit der Landeswahlleitung.

20. September, 8.32 Uhr: Wahllokale geöffnet

Rund 2500 Wahllokale haben um 8 Uhr geöffnet.

Bis 18 Uhr können die Berliner dort ihre Stimme abgeben. Anschließend beginnt die Auszählung – dabei werden auch die Briefwahlstimmen berücksichtigt. Bis zu 40.000 Wahlhelfer sind im Einsatz.

2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner können am 20. September ihre Stimme abgeben.
2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner können am 20. September ihre Stimme abgeben.  © Sebastian Gollnow/dpa

20. September, 8.22 Uhr: Erstmals dürfen Jugendliche ihre Stimme abgeben

Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl dürfen erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Für die Bezirkswahlen und die Europawahl galt diese Regelung bereits, auf Landesebene lag das Mindestalter bislang bei 18 Jahren.

Wahlberechtigt sind alle, die spätestens am 20. September 2010 geboren wurden. Damit können auch Jugendliche wählen, die am Wahltag ihren 16. Geburtstag feiern. Insgesamt sind nach Angaben der Landeswahlleitung rund 55.400 Menschen zwischen 16 und 17 Jahren für die Abgeordnetenhauswahl zugelassen.

Die Absenkung des Wahlalters hatte das Abgeordnetenhaus im Dezember 2023 mit großer Mehrheit beschlossen. CDU, SPD, Grüne und Linke sahen darin mehr politische Beteiligung für junge Menschen. Die AfD stimmte dagegen.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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