Berlin-Wahl: Linke steht nach Wahlsieg vor schwieriger Regierungsbildung

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Berlin - Berlin hat gewählt und wird auf links gedreht! Der Wahlkrimi bleibt aus. Stattdessen geht Die Linke mit 25,7 Prozent als klarer Wahlsieger hervor.

Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.
Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die CDU rutscht auf 18,8 Prozent ab. Die AfD legt als drittstärkste Kraft deutlich zu und kommt auf 16,3 Prozent.

Dahinter folgen die Grünen mit 14,3 Prozent. Die SPD kommt nur auf 12,1 Prozent.

Der BSW (4,7 Prozent) und FDP (2,5 Prozent) scheitert an der Fünfprozenthürde.

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In unserem Liveticker zur Berlin-Wahl findet Ihr alle wichtigen Informationen im Überblick.

22. September, 7.49 Uhr: Israels Botschafter sieht jüdisches Leben in Berlin in Gefahr

Israels Botschafter Ron Prosor (67) sieht nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin eine "unmittelbare Existenzgefahr" für die jüdische Gemeinschaft.

Das starke Abschneiden der Partei müsse jeden beunruhigen, dem jüdisches Leben in der Hauptstadt am Herzen liege, sagte Prosor der dpa.

Er warf der Linken ein tief verwurzeltes Antisemitismusproblem vor und forderte einen konkreten Plan gegen Israel- und Judenhass in den eigenen Reihen.

Der israelische Botschafter Ron Prosor (67) sorgt sich um die jüdische Gemeinschaft in Berlin.
Der israelische Botschafter Ron Prosor (67) sorgt sich um die jüdische Gemeinschaft in Berlin.  © Carsten Koall/dpa

22. September, 7.40 Uhr: Linke steht nach Wahlsieg vor schwieriger Regierungsbildung

Nach ihrem Wahlsieg will die Berliner Linke die nächste Landesregierung anführen und Gespräche mit Grünen und SPD aufnehmen.

Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) sagte, der geschäftsführende Landesvorstand habe empfohlen, beiden Parteien Sondierungsgespräche anzubieten. Sie erwarte dafür ein "klares Mandat" vom Parteitag am Freitag.

In möglichen Koalitionsverhandlungen will Eralp die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne zum zentralen Thema machen. "Für mich ist ganz klar, dass in einer Regierung auch vergesellschaftet werden muss", sagte sie. Die Berlinerinnen und Berliner hätten mit dem Volksentscheid von 2021 einen "demokratischen Auftrag" dazu erteilt. Die Vergesellschaftung solle als Instrument gegen die Mietenkrise und die Spekulation mit Wohnraum eingesetzt werden. Zugleich betonte Eralp: "Natürlich werden wir auch Kompromisse eingehen müssen."

Ob es tatsächlich zu einem rot-grün-roten Bündnis kommt, ist allerdings offen. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (47) kündigte zwar sachbezogene Gespräche an. Über Themen wie Enteignungen und die Finanzplanung müsse man "sachlich" sprechen, "das sollte unter Demokraten möglich sein". Zugleich forderten SPD und Grüne nach umstrittenen Vorfällen bei Linken-Wahlpartys ein klares Vorgehen der Partei gegen Antisemitismus.

Eralp distanzierte sich von den Vorfällen und sagte: "Gewaltverherrlichung und Terrorverherrlichung sind absolut inakzeptabel." Sie stehe "für den Schutz von jüdischem Leben genauso wie für den Schutz jedes anderen Lebens". Ihre "oberste Aufgabe" sei, dafür zu sorgen, dass sich die Menschen in Berlin wieder sicher fühlten.

Auch innerhalb der SPD steht nach dem historischen Wahldebakel eine Aufarbeitung an. Krach sprach vom "Wiederaufbau der Berliner SPD". Die CDU will sich derweil alle Optionen offenhalten.

In möglichen Koalitionsverhandlungen will Elif Eralp die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne vorantreiben. SPD und Grüne stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber.
In möglichen Koalitionsverhandlungen will Elif Eralp die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne vorantreiben. SPD und Grüne stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber.  © Britta Pedersen/dpa

22. September, 7.32 Uhr: Berliner CDU schlägt Stefan Evers für Fraktionsvorsitz vor

Der Berliner CDU-Landesvorstand hat Stefan Evers (46) einstimmig für den Fraktionsvorsitz im Abgeordnetenhaus nominiert.

Evers war bislang Finanzsenator im schwarz-roten Senat. Die bisherige Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld (52, CDU) soll nach dem Willen des Landesvorstands Vizepräsidentin werden.

Die CDU bekräftigte zudem ihre Bereitschaft zu Gesprächen mit Parteien der "gesellschaftlichen Mitte". Bei der Wahl am Sonntag kam die CDU auf 18,8 Prozent.

22. September, 7.25 Uhr: Krach irritiert über Clan-Oberhaupt bei Linken

Nach der Wahlniederlage der Berliner SPD hat Spitzenkandidat Steffen Krach (47) sachliche Gespräche über eine mögliche Koalition mit den Linken angekündigt.

Themen wie Enteignungen von Immobilienfirmen und die Finanzplanung müssten auf den Tisch.

Zugleich zeigte sich Krach irritiert über den Besuch eines Oberhaupts eines arabischstämmigen Clans bei der Linken in Neukölln. Die SPD müsse nun ihr eigenes Profil schärfen und sich personell neu aufstellen.

21. September, 19.07 Uhr: Sondierungen in Berlin könnten nächste Woche beginnen

Die Berliner Linke setzt auf einen zügigen Beginn von Sondierungsgesprächen zur Regierungsbildung mit Grünen und SPD.

Sollte der dazu am Freitag geplante Parteitag zustimmen, könnten die Gespräche in der kommenden Woche beginnen, sagte Linke-Landesgeschäftsführer Bjoern Tielebein am frühen Abend vor einem Treffen des Landesvorstands. 

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am vergangenen Sonntag war die Linke laut dem vorläufigen Ergebnis mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden.
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am vergangenen Sonntag war die Linke laut dem vorläufigen Ergebnis mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden.  © Fabian Sommer/dpa

21. September, 17.25 Uhr: Clan-Mitglied bei Linken-Party - Grüne sehen Klärungsbedarf

Die Grünen haben nach dem Besuch eines führenden Clan-Mitglieds und eines propalästinensischen Aktivisten auf einer Wahlparty der Linkspartei eine klare Distanzierung von ihrem möglichen Koalitionspartner eingefordert. "Eine Koalition mit uns gibt es nicht als Blankoscheck", sagte Grünen-Chef Felix Banaszak.

Berlin müsse eine Stadt bleiben, in der Jüdinnen und Juden ebenso wie Menschen muslimischen Glaubens und Menschen mit palästinensischer Familiengeschichte frei und sicher leben könnten, fügte Banaszak hinzu. Das müsse auch in möglichen Koalitionsverhandlungen klar verankert werden. 

21. September, 16.15 Uhr: Linke will Wohnungskonzerne enteignen – jetzt schlagen Banken Alarm

Die deutsche Bankenbranche warnt vor den Plänen der Berliner Linken, große Wohnungskonzerne zu enteignen.

Der Banken-Dachverband Deutsche Kreditwirtschaft (DK) befürchtet, dass eine Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen keinen zusätzlichen Wohnraum schaffen, aber erhebliche Kosten für den Staat verursachen könnte. Zudem könnten Investoren abgeschreckt und dringend benötigtes privates Kapital für Neubau und Sanierungen ausbleiben.

Auch für Immobilienkredite sieht der Verband Risiken: Wenn bei einer Enteignung bestehende Grundschulden wegfallen, würden Banken wichtige Sicherheiten verlieren. Das könnte die Finanzierung von Immobilien verteuern – möglicherweise auch für private Bauherren.

Um die Wohnungsnot zu entschärfen, fordert die Deutsche Kreditwirtschaft stattdessen mehr Neubau, schnellere Genehmigungen und verlässliche Bedingungen für Investoren. Gleichzeitig drängt sie die Bundesregierung auf ein Gesetz, das für Klarheit beim Thema Vergesellschaftung sorgen soll.

Auch Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat die Gesetzespläne für ein Enteignungsverbot von Wohnungsgesellschaften bekräftigt.

21. September, 14.02 Uhr: War es das für die Olympia-Bewerbung der Hauptstadt?

Die Olympia-Bewerbung der Hauptstadt steht vor einer neuen Hürde. Denn die siegreiche Linke lehnt eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele bislang ab.

Bereits am kommenden Samstag steht eine wichtige Entscheidung an: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will festlegen, welche deutsche Stadt sich um die Austragung der Spiele bewerben soll.

Die Berliner Linke hat sich in den vergangenen Jahren wiederholt gegen eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen. An dieser Haltung hat sich bislang nichts geändert. Noch in der vergangenen Woche machte Tobias Schulze, Vorsitzender der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, seine Position deutlich. Die Berliner würden Sport lieben, Olympia bringe dem Breitensport seiner Ansicht nach jedoch wenig.

Die Grünen lehnen eine Berliner Olympia-Bewerbung ebenfalls ab. Gleichzeitig gelten sie als möglicher Bestandteil einer künftigen Regierungskoalition.

21. September, 13.48 Uhr: Vonovia-Aktien fallen nach Berlin-Wahl

Die Vonovia-Aktie hat nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin deutlich nachgegeben. Das Ergebnis der Wahl verunsichert die Anleger.

Bis zum späten Montagvormittag verlor das Papier 2,2 Prozent auf 17,31 Euro und lag damit am Dax-Ende. Anleger sorgen sich wegen der von Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp angekündigten Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne.

Elif Eralps erklärtes Ziel ist die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Für die ohnehin schwächelnde Vonovia-Aktie geht es nach dem Linken-Wahlsieg weiter abwärts.
Elif Eralps erklärtes Ziel ist die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Für die ohnehin schwächelnde Vonovia-Aktie geht es nach dem Linken-Wahlsieg weiter abwärts.  © Sebastian Gollnow/dpa

21. September, 10.42 Uhr: Grüne stellen Bedingungen für Koalition mit der Linken

Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf (45) fordert von der Linken vor einer möglichen Regierungsbeteiligung eine klare Abgrenzung von Antisemitismus in den eigenen Reihen.

"Es muss klar sein, wie sie diese problematischen Teile ihrer Partei in die Schranken weisen", sagte Graf im RBB-Inforadio. Die Grünen sehen zudem beim Thema organisierte Kriminalität Gesprächsbedarf.

Die Linke wurde bei der Berlin-Wahl mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, die Grünen kamen auf 14,3 Prozent.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa

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