Berlin - Das Wahlrennen wird immer spannender: Gut eine Woche vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin liegt die Linke laut aktuellem ZDF-Politbarometer überraschend vorne – doch die CDU sitzt ihr dicht im Nacken.
Wenn bereits am kommenden Sonntag gewählt würde, käme die Linke auf 23 Prozent, die CDU auf 21 Prozent. Dahinter folgen die AfD mit 17 Prozent und die Grünen mit 16 Prozent. Die SPD landet mit gerade einmal 10 Prozent deutlich dahinter.
Damit hätte die derzeit regierende Koalition aus CDU und SPD keine Mehrheit mehr.
Besonders brisant: Rechnerisch wären derzeit gleich mehrere Regierungsmodelle möglich. Eine Mehrheit hätten sowohl Linke, Grüne und SPD als auch CDU, Grüne und SPD.
Auch bei der Frage nach dem nächsten Regierenden Bürgermeister zeigt sich ein ungewöhnliches Bild. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) kommt auf 25 Prozent Zustimmung und liegt damit knapp vor Linken-Kandidatin Elif Eralp (45), die 23 Prozent erreicht. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf (46) kommt lediglich auf neun Prozent.
Doch wirklich überzeugend ist offenbar keiner der drei: 18 Prozent wollen keinen der Kandidaten, weitere 25 Prozent können sich noch kein Urteil über sie bilden oder kennen sie nicht gut genug.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird es richtig spannend
Für die Parteien ist allerdings noch längst nichts entschieden. Zumal 28 Prozent der Berlinerinnen und Berliner aktuell noch nicht sicher wissen, wen sie wählen wollen – oder ob sie überhaupt ihre Stimme abgeben.
Noch dramatischer ist die Lage in Mecklenburg-Vorpommern: Dort liegt die AfD laut ZDF-Politbarometer mit 37 Prozent derzeit vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52) mit 34 Prozent.
Die CDU kommt nur auf sieben Prozent, die Linke auf zehn und die Grünen auf fünf Prozent. Damit würde die aktuelle Regierung aus SPD und Linken ihre Mehrheit verlieren.
Trotz des Vorsprungs der AfD hat Schwesig persönlich allerdings einen gewaltigen Vorsprung: 61 Prozent der Befragten wünschen sich sie erneut als Ministerpräsidentin. AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm (56) kommt lediglich auf 28 Prozent.
Die Umfrage wurde vom 7. bis 10. September 2026 unter mehr als 2100 Wahlberechtigten in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Wichtig: Die Werte sind keine Prognose für den Wahlausgang. Bis zum Wahlsonntag kann sich noch einiges bewegen.