Blinder Klavierspieler (19) ist so gut, dass jetzt sein Hirn untersucht wurde

New Jersey (USA) - Matthew Whitaker (19) ist ein blinder Jazz-Pianist. Er ist so gut, dass jetzt sogar die Forschung an dem jungen Mann interessiert ist.

Matthew Whitaker (19).
Matthew Whitaker (19).  © Screenshot/Insttagram/_mattwhitaker

Seit seiner Geburt ist Matthew Whitaker blind. Schon in jungen Jahren entdeckte er die Liebe zur Musik. Mit drei Jahren bekam er sein erstes Kinder-Keyboard und spielte erstaunlicherweise beidhändig "Twinkle Twinkle", berichtete "60Minutets" von "CBSNews" über den Weg des heute 19-Jährigen.

Kurze Zeit später begann er dann mit Klavierstunden. Größtenteils lernte er nach Gehör. Spätestens in dem Moment war wohl klar, dass Matthew kein normaler Klavierschüler war. 

Anschließend lernte er auch noch Orgel, Schlaginstrumente, Klarinette und Bassgitarre zu spielen. 

Es folgte das Studium an bekannten Musikschulen in den USA und Auftritte bei renommierten Jazz-Festivals. Seinen ersten bezahlten "Gig" hatte er mit elf Jahren 2012 in Italien.

2017 veröffentlichte er sein erstes Album und tourte durch Europa, den Nahen Osten und Asien.

"Was mir am besten gefällt, ist das Musizieren", heißt es in einem Zitat des Ausnahmetalents auf seiner Website. Und: "Ich bin ein Musiker, der zufällig blind ist... Ich bin mit einer von Gott gegebenen Gabe gesegnet worden, und mein Gebet ist, dass ich weiterhin ein Segen und eine Inspiration für andere sein kann." 

Das scheint er tatsächlich zu sein. Mit nur zehn Jahren spielte er im Vorprogramm des ebenfalls blinden Musikers Stevie Wonder (70, "Isn't she lovely"). 

Körbe werfen? Kein Problem!

Die Wissenschaft ist fasziniert

Auf dieses sogenannte Wunderkind wurde auch der Wissenschaftler Dr. Charles Limb aufmerksam. Er ist selbst Musiker, Chirurg und Neurowissenschaftler. "Ich glaube, jedes Mal, wenn jemand Matthew beim Klavierspielen zuschaut, ist das erste, was man denkt: 'Wie macht er das?'" Er stellte sich nicht nur die Frage, sondern wollte sie auch beantworten.

Das Ergebnis war erstaunlich. "Ziemlich bemerkenswert. Sein ganzes Gehirn wird durch Musik stimuliert", erklärt der Wissenschaftler im Interview. "Sein visueller Kortex ist durchgehend aktiviert. Es scheint, als ob sein Gehirn den Teil des Gewebes, der nicht durch das Sehen stimuliert wird, aufnimmt und ihn benutzt oder ihm vielleicht dabei hilft, Musik damit wahrzunehmen. (...) Es ist es eine Art Ausleihen dieses Teils des Gehirns und Neuverkabelung, um ihm zu helfen, Musik zu hören."

Journalisten von "60Minutets" der "CBSNews", trafen den 19-jährigen Jazz-Pianisten schon im Februar, um eine Dokumentation mit und über ihn zu drehen. 

Sein Talent fassten sie damals treffend zusammen: "Whitaker spielt nicht nur Musik, er spielt mit ihr. Er verdreht Melodien, schafft komplexe Harmonien und improvisiert blitzschnell. Das ist akustische Akrobatik über 88 Tasten. Das ist nichts für schwache Nerven."

Titelfoto: Screenshot/Insttagram/_mattwhitaker

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