Trump-Regierung lässt schwarzen Häftling hinrichten

Washington - Die Regierung des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump (74) hat knapp sechs Wochen vor dessen Ablösung einen wegen Mordes verurteilten Schwarzen hinrichten lassen - trotz prominenten Widerstands.

Menschen protestieren gegen die Hinrichtung von Brandon Bernard. Die Trump-Regierung hat knapp sechs Wochen vor dessen Ablösung einen Schwarzen hinrichten lassen.
Menschen protestieren gegen die Hinrichtung von Brandon Bernard. Die Trump-Regierung hat knapp sechs Wochen vor dessen Ablösung einen Schwarzen hinrichten lassen.  © Austen Leake/The Tribune-Star/AP/dpa

Brandon Bernard (✝40) wurde am Donnerstagabend (Ortszeit) im Gefängnis in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana mit einer Giftspritze getötet, wie US-Medien übereinstimmend berichteten.

Bis zur Amtsübernahme des siegreichen Trump-Herausforderers Joe Biden (78) am 20. Januar will die US-Regierung nach Angaben des Death Penalty Information Centers noch vier weitere Todesurteile vollstrecken.

Der künftige Präsident Biden - ein Demokrat - hat sich für die Abschaffung der Todesstrafe auf Bundesebene ausgesprochen. Der Republikaner Trump ist dagegen ein Befürworter von Hinrichtungen.

Das Oberste Gericht der USA hatte einen Antrag auf Aussetzung der Hinrichtung Bernards noch am Donnerstagabend abgelehnt.

Kim Kardashian kritisiert die Entscheidung auf Twitter

Reality-TV-Star Kim Kardashian (40) - die gute Beziehungen zu Trump pflegt - hatte sich für Bernard eingesetzt, der als 18-jähriges Gangmitglied wegen Mordes festgenommen und von einer Jury zum Tode verurteilt worden war (TAG24 berichtete).

Kardashian schrieb am Donnerstag auf Twitter: "Es ist der Tag der Menschenrechte, und hier in den Vereinigten Staaten richten wir jemanden hin, der zum Zeitpunkt des Verbrechens 18 war, nicht der Schütze war und sich rehabilitiert hat. So beschämend."

Weitere Hinrichtungen folgen: Selbst Trump-Anhänger kritisieren die Entscheidung!

Donald Trump (74) muss im Januar dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden weichen. Seine Niederlage gesteht er weiterhin nicht ein.
Donald Trump (74) muss im Januar dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden weichen. Seine Niederlage gesteht er weiterhin nicht ein.  © Evan Vucci/AP/dpa

Nach US-Medienberichten sprachen sich zuletzt selbst damalige Angehörige der Jury dafür aus, die Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln.

In letzter Minute beantragten auch die beiden prominenten US-Anwälte Alan Dershowitz und Ken Starr, die Vollstreckung der Todesstrafe für 14 Tage auszusetzen. Beide hatten Trump in dessen Amtsenthebungsverfahren im Kongress verteidigt.

Nach Angaben des Death Penalty Information Centers (DPIC) waren unter den seit Juli Hingerichteten fünf Weiße, drei Schwarze und ein amerikanischer Ureinwohner. Vor Bernard war zuletzt am 19. November - gut zwei Wochen nach der Wahl vom 3. November - ein Häftling hingerichtet worden.

Unter den vier weiteren Todeskandidaten, die bis zur Amtseinführung Bidens hingerichtet werden sollen, sind nach US-Medienberichten drei Schwarze und eine weiße Frau. Sie wäre die erste Frau seit mehr als 60 Jahren, die auf Bundesebene hingerichtet würde. Ihre Hinrichtung ist für den 12. Januar geplant.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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