Nach Eklat bei Bürgerdialog: Krebskranke Frau erhält Autogrammkarte von Merz

Von Steffen Trumpf

Berlin/Salzwedel - Nach einer öffentlichen Diskussion mit dem Bundeskanzler hat eine Hautkrebspatientin aus Niedersachsen eine Autogrammkarte von Friedrich Merz (70, CDU) erhalten.

Friedrich Merz (70, CDU) im Kulturhaus von Salzwedel zum "Tag des Lokaljournalismus". (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Eine Regierungssprecherin bestätigte, dass ein Schreiben an die Frau verschickt worden sei. "Auf Bitte von Frau Dronsch wurde auch eine Autogrammkarte des Bundeskanzlers beigefügt", erklärte sie. Zu den Inhalten solcher Briefe äußere man sich grundsätzlich nicht.

Silvia Dronsch aus Suhlendorf bei Uelzen (Niedersachsen) hatte Merz bei einem Bürgerdialog Ende April im nahegelegenen Salzwedel in Sachsen-Anhalt eine Frage gestellt.

Dabei berichtete sie zunächst mit Blick auf die geplante Gesundheitsreform, dass sie an Hautkrebs im vierten Stadium leide und ihr nun die Vorsorge genommen werde. 

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Damit ging sie auf zunächst kolportierte Pläne zur Abschaffung der kostenlosen Hautkrebsuntersuchung im Rahmen der Reform ein.

Sie fragte den CDU-Politiker daraufhin, warum bei den Bürgern so stark gespart werde, nicht aber bei den Politikern - dabei deutete sie an, dass die Regierung für sich eine Lohnerhöhung plane.

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Merz' schroffe Reaktion

Merz entgegnete scharf, dass weder er noch jemand anderes erwogen habe, die Bezüge der Mitglieder der Bundesregierung anzuheben. "Alles andere ist eine falsche Behauptung. Und ich wäre Ihnen einfach dankbar, wenn Sie das nicht einfach ungeprüft wiederholen."

Mit Blick auf die Gesundheitsreform führte er dann aus, wie die Einsparungen aufgeteilt werden sollten: "Ein Drittel die Versicherten, ein Drittel die Leistungserbringer und ein Drittel alle Übrigen. Das heißt, das ist eine Reform, zu der jeder einen Beitrag leisten muss."

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"Alles Gute": Dronsch wollte Entschuldigung

Der Brief enthielt eine Autogrammkarte des Kanzlers mit persönlicher Widmung. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Wie die "Allgemeine Zeitung" berichtete, wollte Dronsch aber eine Entschuldigung von Merz hören. Telefonisch erreichte sie demnach letztlich einen Verantwortlichen im Büro des Kanzlers.

Ein Regierungssprecher teilte mit, ein Mitarbeiter des Kanzlers habe mit ihr ein langes, vertrauliches Gespräch geführt.

Darin habe sie den Wunsch geäußert, eine persönliche Unterschrift von Merz zu erhalten.

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Laut der "Allgemeinen Zeitung" enthielt der Brief eine Autogrammkarte des Kanzlers mit persönlicher Widmung, mit der er ihr "alles Gute" gewünscht habe.

Ein Mitarbeiter habe ihr zudem in einem Begleitschreiben "Zuversicht" und "Kraft" gewünscht.

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